Keine Hoffnung auf weitere Überlebende in Zugwrack

26. Juni 2002, 08:42
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Mehr als 200 Opfer in Tansania befürchtet

Nairobi/Dodoma - Zwei Tage nach dem dramatischen Zugunglück im Westen Tansanias haben Helfer am Mittwoch die Hoffnung auf weitere Überlebende aufgegeben. "174 Tote sind bisher geborgen worden, aber wir rechnen mit über 200 Opfern", sagte Gesundheitsministerin Anna Abdalla in Daressalam. Die Regierung des ostafrikanischen Landes leitete derweil eine Untersuchung des Unglücks ein, bei dem am Montag bis zu 900 Menschen großteils schwer verletzt wurden.

Ein mit rund 1.000 Menschen besetzter Passagierzug war am Montag nach einem Maschinenschaden an einem Abhang ins Rollen geraten und rückwärts in einen herannahenden Güterzug gerast. 21 Waggons hatten sich ineinander verkeilt. Am Mittwoch setzten Hunderte Helfer an der Unglücksstelle, rund 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Dodoma, ihre Bergungsarbeiten fort. Noch am Vortag konnten Opfer aus den Wracks der umgekippten Waggons befreit werden. "Einige mussten für ihre Rettung mit der Amputation ihrer Gliedmaßen zahlen", sagte ein Augenzeuge.

"Wir haben so etwas wie hier noch nie zuvor erlebt", sagte Präsident Benjamin Mkapa. "Alles deutet auf einen Unfall hin, einen Unfall, den wir nicht vermeiden konnten." Unter anderen sprachen Bundesaußenminister Joschka Fischer und UN-Generalsekretär Kofi Annan der tansanischen Regierung ihr Beileid aus. (APA)

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