Bauernführer Bové klagt in Straßburg

24. Juni 2002, 19:35
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Anwältin: Attacke auf McDonalds-Baustelle war "Notwehr" gegen Strafzölle der USA für Roquefort-Käse

Straßburg - Der französische Bauernführer José Bové will nach seiner medienwirksamen Inhaftierung wegen der Demolierung einer McDonalds-Baustelle vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Wie die Anwältin des streitbaren Globalisierungskritikers am Montag mitteilte, reichte sie im Namen ihres Klienten Klage vor dem Straßburger Gerichtshof ein.

Nach ihren Angaben macht Bové sozusagen Notwehr geltend: Er habe sich mit seiner Traktor-Attacke auf die geplante Filiale des US-Fastfood-Konzerns im südfranzösischen Millau gegen den Beschluss der USA gewehrt, den französischen Roquefort-Käse mit Strafzöllen zu belegen. Strafzölle hätten ihn und andere Bauern, die Schafsmilch für die Roquefort-Produktion verkaufen, direkt geschädigt. Sie hätten keinerlei legale Möglichkeit gehabt, gegen diesen Beschluss vorzugehen.

Inhaftiert

Bové war wegen seiner Zerstörungsaktion zu drei Monaten Haft verurteilt worden. Vergangenen Mittwoch trat er seine Strafe nach einer triumphalen Fahrt an der Spitze eines Traktoren-Konvois in einem Gefängnis nahe der Mittelmeerstadt Montpellier an. Die Straßburger Richter überwachen die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch die Unterzeichnerstaaten, zu denen Frankreich gehört. Auf welchen Artikel des Abkommens sich Bové beruft, teilte die Anwältin nicht mit.(APA)

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