Handelsblatt stellt "Telebörse" ein

25. Juni 2002, 12:05
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70 Mitarbeiter betroffen - möglicher Wechsel der Redakteure zur "Wirtschaftswoche"

Die Verlagsgruppe Handelsblatt stellt im Zuge ihres Sparkurses das wöchentliche Anlegermagazin "Die Telebörse" kurzfristig ein. Die an diesem Donnerstag erscheinende Ausgabe 27/02 werde die letzte sein, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Hintergrund seien ein stetig abnehmendes Werbevolumen in der Finanzbranche und ein rückläufiges Käuferinteresse.

Von der Einstellung des Anfang 1999 gegründeten Magazins seien rund 70 Redakteure und Verlagsmitarbeiter in Frankfurt betroffen. Der Verlag wolle mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeiten. Von dem Aus des Magazins sei die Fernsehsendung "Telebörse" auf n-tv nicht berührt.

Wechsel der Redakteure zur "Wirtschaftswoche"

Nach einem Bericht des "Spiegel" könnten einige "Telebörse"-Redakteure zum Schwesterblatt "Wirtschaftswoche" wechseln. So sollten wichtige Bestandteile des eingestellten Formats weitergeführt und Anzeigenkunden gehalten werden. Aus Kostengründen hatte die Verlagsgruppe Handelsblatt bereits die Zeitschriftentitel "E- Business" (Juli 2001) und "Food Economy" (Februar 2002) eingestellt.

Der Konzern, der zur Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört, hatte 2001 wegen drastisch gesunkener Anzeigenerlöse erstmals rote Zahlen geschrieben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschaftete das Unternehmen einen Fehlbetrag von 6,3 Mill. Euro nach einem Plus von 63 Mill. Euro im Vorjahr. Die Handelsblatt-Gruppe beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter. (APA)

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