Amnesty kritisiert Waffenexporte in Krisenregionen

24. Juni 2002, 16:40
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G-8-Staaten exportierten 2000 Waffen im Wert von rund 29 Milliarden Dollar in Länder der Dritten Welt

London - Die Gefangenenhilfsorganisation amnesty international hat die sieben führenden westlichen Industriestaaten und Russland wegen Waffenlieferungen in Krisengebiete kritisiert. In einer am Montag in London veröffentlichten Erklärung werden die Politiker der G-8-Staaten aufgefordert, sich bei dem Gipfeltreffen in Kanada dazu zu verpflichten, keine Waffen in Gebiete zu liefern, in denen eine deutliche Gefahr besteht, dass sie für Menschenrechtsverstöße oder Kriegsverbrechen genutzt werden können.

Die G-8-Staaten hätten alleine im Jahr 2000 Waffen im Wert von rund 29 Milliarden Dollar in Länder der Dritten Welt exportiert. Dies sind nach Angaben von amnesty 80 Prozent der in diese Staaten gelieferten Waffen. Die Organisation erklärte, auch gefährliche bewaffnete Gruppen wie El-Kaida sowie "brutale oder kriegslustige Regierungseinheiten" wie beispielsweise in Indien, Pakistan, Israel oder Simbabwe hätten große Waffenlager mit Hilfe der G-8-Staaten angelegt. "Der Waffenhandel und die Militärhilfe der G-8 untergraben die grundlegenden Menschenrechte und eine nachhaltige Entwicklung", heißt es in der Erklärung.(APA/dpa)

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    Beschlagnahmte Arilleriemunition in Quetta an der afghanisch-pakistanischen Grenze

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