AT&S droht Sonderprüfung

24. Juni 2002, 15:03
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Ex-Aufsichtsratsvize Zoidl ließ HV-Tagesordnung per Gerichtsbeschluss ergänzen

Wien - Dem steirischen Leiterplattenhersteller AT&S droht eine Sonderprüfung. Die H.M.Z. Privatstiftung des früheren AT&S-Vizeaufsichtsratschefs Helmut Zoidl hat gerichtlich verfügen lassen, den Beschluss über die Durchführung einer Sonderprüfung nach Paragraph 118 des Aktiengesetzes als dritten Punkt auf die Tagesordnung der am 5. Juli in Leoben stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung zu setzen. Was Zoidl bei dem am Frankfurter Neuen Markt notierten Unternehmen einer Sonderprüfung unterziehen will, blieb vorerst ungewiss. Zoidl war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.

"Ruhig und gelassen"

AT&S-Pressesprecher Reinhold Oblak bestätigte, dass die Tagesordnung der kommenden HV um den Antrag auf eine Sonderprüfung ergänzt worden sei. "Das ist Faktum", so Oblak. Er habe allerdings "keine Ahnung", was der Hintergrund sei, und wolle auch "keine Spekulationen anheizen". "Wir schauen dem mit Ruhe und Gelassenheit entgegen", betonte Oblak.

Bei AT&S ist Helmut Zoidl im vergangenen Jahr aus dem Kontrollgremium ausgeschieden. Er habe aus persönlichen Gründen, wie es seitens AT&S hieß, seinen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz zurückgelegt. Zoidl hatte im Jahr 1994 die damals marode Leiterplattenfirma AT&S mit dem Industriellen Hannes Androsch und dem jetzigen AT&S-Vorstandschef Willibald Dörflinger zu jeweils gleichen Teilen um insgesamt 90 Mill. S (6,54 Mill. Euro) samt 600 Mill. S Schulden übernommen.

Welchen Anteil Zoidl über seine Privatstiftung an AT&S derzeit noch hält, ist unklar. Oblak sagte, Zoidl sei weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand vertreten und unterliege daher auch keiner Meldepflicht. Bei AT&S wisse man deshalb nicht, zu wie viel Prozent Zoidl aktuell beteiligt ist. Um den Antrag auf Sonderprüfung auf der HV durchzubringen, braucht Zoidl dort laut Oblak die absolute Mehrheit.

Aktie tiefer

AT&S steht mehrheitlich - zu 54,04 Prozent - in Streubesitz. Größte AT&S-Einzelaktionäre sind Androsch mit 21,49 Prozent und Dörflinger mit 20,09 Prozent. Im firmeneigenen Eigentum sind nach Rückkäufen an der Börse 4,38 Prozent.

Am Neuen Markt notierte die AT&S-Aktie Montag nachmittag mit 10,68 Euro um 2,4 Prozent tiefer. (APA)

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