Nachrichtenagentur dpa 2002 gut gestartet

24. Juni 2002, 14:54
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2001 mit stabilem Umsatz und leicht gesunkenem Jahresüberschuss - Bildportal geplant

Die Deutsche Presse-Agentur GmbH (dpa) ist gut in das Geschäftsjahr 2002 gestartet. "In den ersten fünf Monaten konnten die - allerdings zurückhaltenden - Umsatzplanungen insgesamt realisiert werden, wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen in Teilbereichen", sagte der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Walter Richtberg, am Montag bei der Bilanzvorlage 2001 in Hamburg.

Stabiler Umsatz

Das Geschäftsjahr 2001 schloss die dpa trotz schwachen Branchenumfelds und eines verschärften Wettbewerbs zwischen den Nachrichtenagenturen erfolgreich ab. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr mit 106,6 Mill. Euro stabil geblieben, sagte Richtberg. Der Jahresüberschuss lag mit 2,8 Mill. Euro knapp unter dem des Vorjahres (3,5 Mill. Euro). Der Außenumsatz der dpa-Gruppe stieg um 2,2 Prozent auf 123,4 Mill. Euro und soll auch 2002 leicht steigen.

An die 198 Gesellschafter wird für 2001 eine Dividende von 15 Prozent (Vorjahr: zehn Prozent) ausgeschüttet, das sind knapp 2,5 Mill. Euro. Mit dieser höchsten Ausschüttung in der dpa-Geschichte wolle das Unternehmen für die Medien ein Zeichen setzen, sagte Richtberg. Die Konjunktur- und Werbeflaute trifft die Branche mit rückläufigen Anzeigenerlösen und Auflagenrückgängen.

"Die guten Zahlen in einem schwierigen Umfeld haben wir durch bessere Leistungen im Kerngeschäft, ein weiterhin straffes Kostenmanagement sowie Erfolge in neuen Zielmärkten erreicht", betonte Richtberg. "Die große Mehrheit der deutschen Tageszeitungen hat weiterhin großes Vertrauen in die Leistungen von dpa. Etwa 85 Prozent der Titel gingen Anfang 2001 eine fünfjährige vertragliche Bindung ein."

Aufbau eines Bildportals

Erfolgreich sind laut Richtberg die Bilderdienste mit einem Umsatzwachstum von 7,3 Prozent. "Dieser Entwicklung wollen wir mit dem Aufbau eines Bildportals Rechnung tragen. dpa will zusammen mit anderen Partnern auch außerhalb des Zeitungsmarktes die erste Adresse für Bildangebote in Deutschland werden", sagte Richtberg. Organisatorisch wolle man dafür neue Strukturen in einer Tochtergesellschaft in Frankfurt aufbauen.

Die Investitionen des Unternehmens gingen 2001 leicht auf 3,6 Mill. Euro zurück (Vorjahr: 3,7 Mill. Euro). Insgesamt zweistellige prozentuale Umsatzzuwächse wurden im Bereich der Online-, Auslands-, Selektions- und Grafikdienste erzielt. Das Geschäft mit Wortdiensten ging hingegen auf Grund sinkender Auflagen bei den Zeitungen sowie zusätzlicher Rabatte um zwei Prozent zurück. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in der Gruppe um 75 auf 1200.

Täglicher Reportagedienst und Entertainment-Service

Alle Tochterunternehmen haben laut Richtberg 2001 schwarze Zahlen geschrieben. Ein Grund für die insgesamt gestiegenen Erlöse sei die erhebliche Umsatzausweitung der Online-Dienste bei der Tochter dpa-infocom GmbH gewesen. Sie erzielte einen Erlös von mehr als fünf Mill. Euro und einen deutlichen Jahresüberschuss.

"Mehr Service und neue Formen des Agenturjournalismus bei gleich bleibenden, teilweise sogar rückläufigen Kosten für unsere Kunden", resümierte Chefredakteur Wilm Herlyn. "dpa startete als erste Nachrichtenagentur im April 2001 einen täglichen Reportagedienst sowie einen neuen Entertainment-Service."

Neustrukturierung des Internationalen Dienstes

2001 waren die Nachrichten von Großereignissen geprägt. "Dabei konnten wir die Stärke des dpa-Netzwerkes ausspielen, insbesondere bei der Berichterstattung über die Terroranschläge in New York und Washington oder über die Einführung des Euro", sagte Herlyn. Seit 1993 habe dpa auf Preiserhöhungen für den Basisdienst verzichtet.

Bei den Auslandsdiensten wurde der Grundstein für die Neustrukturierung des Internationalen Dienstes in Englisch gelegt. Die Zentral-Redaktion in Hamburg wird geschlossen. Dafür baut dpa eine Redaktion in Cork (Irland) auf, die von Mitte 2002 an zusammen mit den Redaktionen in Washington D.C. und Bangkok den englischsprachigen Weltdienst herausgeben wird. (APA/dpa)

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