ORF bestätigt wieder: Zu üppig geworben

24. Juni 2002, 18:59
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40 Prozent mehr als gestattet

Der ORF gibt neuerlich zu, er hat Werbegrenzen überschritten. Bereits in der Vorwoche berichtete DER STANDARD von einer solchen Bestätigung nach eine Klage des Tiroler Radiobetreibers RRT. Nun bekam der Verband privater Radio- und Fernsehmacher ein ähnliches Vergleichsangebot für Radio Wien.

Der Verband warf dem ORF-Stadtradio vor, die gesetzlichen Werbezeiten von fünf Minuten täglich um mehr als 40 Prozent überschritten zu haben. ORF-Anwalt Gottfried Korn habe nun einen "Unterlassungsvergleich" angeboten und eingeräumt: "Trotz mehrerer Kontrollsysteme" sei es zu den Überschreitungen gekommen, wobei "der ORF nicht mehr nachvollziehen kann", wie das passierte. So zitiert der Verband aus dem Vergleichsangebot.

ORF-Direktor Alexander Wrabetz wollte das ähnliche Vergleichsangebot an die Tiroler RRT nicht als Schuldeinbekenntnis gewertet wissen. Montag war er zu dem weiteren Verfahren nicht erreichbar. Verbandssprecher Oliver Pokorny schließt aus den Angebot, "Gesetzesverletzungen stehen beim ORF offenbar auf der Tagesordnung". Allein im Jänner und Februar habe man 20 Fälle festgestellt. (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 25.6.2002)

Nachlese

Werbegrenzen: ORF räumt Übertretung ein - Von einem Privatsender geklagt, bestätigt der ORF: Radio Tirol hat viel länger geworben, als das Gesetz erlaubt
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