Putin warnt Israel den Sturz Arafats herbeizuführen

24. Juni 2002, 13:27
1 Posting

Russischer Präsident über Lage im Nahost besorgt

Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat Israel davor gewarnt, den Sturz des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat herbeizuführen. Auf einer Pressekonferenz in Moskau drückte Putin am Montag seine Besorgnis über die Situation im Nahen Osten aus. Russland ist als Rechtsnachfolger der UdSSR zusammen mit den USA Ko-Schirmherr des Nahost-Friedensprozesses, der mit der Madrider Konferenz eingeleitet wurde. Putin und US-Präsident George W. Bush hatten bei ihrem Treffen in Moskau im vergangenen Mai angekündigt, im Sommer eine internationale Konferenz einzuberufen, um den Nahost-Friedensbewegungen "einen ernsthaften Anstoß" zu geben.

Arafat, dessen Amtssitz in Ramallah am Montag neuerlich von der israelischen Armee umzingelt worden ist, hat Russland aufgerufen, sich "unverzüglich in die Ereignisse im Nahen Osten einzuschalten" und dazu beizutragen, "die katastrophale Entwicklung in der Region zu überwinden". Eine entsprechende Botschaft wurde in der vergangenen Woche der russischen Staatsführung durch den Botschafter Palästinas in Moskau, Hairi al Oridi, übergeben. Der palästinensische Vertreter drückte auch die Hoffnung aus, dass Arafat "in der nächsten Zeit die Möglichkeit erhält, Russland zu besuchen".

Als Hauptaufgabe der russischen Behörden bezeichnete es Putin, Russland aus der Armut herauszuführen und sein internationale Ansehen zu erhöhen. "Dann wird es Unterstützung seitens der führenden politischen Kräfte in ihrer Gesamtheit geben, und wir werden mit keinerlei Extremismus konfrontiert sein", erklärte der Präsident.

Den aktuellen Rechtspopulismus-Trend in Europa führte Putin auf eine "gewisse Schiefstellung von Prioritäten in der inneren Politik einer Reihe von Staaten" zurück, "in denen mitunter hinter den allgemeinen menschlichen Werten der konkrete Mensch vergessen" werde. (APA/AP/ITAR-TASS)

Share if you care.