Rubenspreis für Maria Lassnig

24. Juni 2002, 12:29
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Stadt Siegen verlieh die Auszeichnung für "wegweisendes" Lebenswerk - Retrospektive im Museum für Gegenwartskunst

Siegen - Die österreichische Malerin Maria Lassnig ist am Sonntag, als erste Künstlerin mit dem Rubenspreis der deutschen Stadt Siegen ausgezeichnet worden. Die seit 1955 alle fünf Jahre verliehene und mit 5200 Euro dotierte Auszeichnung wird für ein "wegweisendes Lebenswerk" im europäischen Kunstschaffen verliehen. Verbunden mit der Ehrung ist eine heute eröffnete Retrospektive der Malerin im Siegener Museum für Gegenwartskunst. Bisherige Träger des Preises, der an den in Siegen geborenen Maler Peter Paul Rubens erinnert, sind u.a. Giorgio Morandi, Francis Bacon und zuletzt Lucian Freud.

Irritierend intensiv

Die Laudatorin Ursula Bode würdigte Lassnig im Rahmen des Festakts als "Grenzgängerin" und ihr Schaffen als "irritierend intensives Werk einer Realistin, die mit dem Realismus nicht zufrieden ist". Ihre "farbsinnliche und formal höchst bewusste Malerei", in deren Zentrum die rigorose Befragung der eigenen Identität und des Umgangs mit den Empfindungen des Körpers stehe, sei "sperrig, kantig und überaus verletzlich".

Als erste bildende Künstlerin erhielt Lassnig 1988 den Großen Österreichischen Staatspreis. In diesem Jahr wurde sie bereits mit dem Roswitha Haftmann-Preis, einem der weltweit höchstdotierten Preise für bildende Kunst, ausgezeichnet.

Körperporträts

Die Ausstellung "Maria Lassnig. Körperporträts" im Museum für Gegenwartskunst in Siegen präsentiert bis 1. September 40 frühe Gemälde und Zeichnungen aus den 50er und 60er Jahren, dazu 20 seit 1994 entstandene Gemälde und sechs Kurzfilme. (APA)

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