ExxonMobil klagt Greenpeace wegen Klima-Kampagne

24. Juni 2002, 12:12
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"Esso" zieht in Paris gegen Umweltschützer vor Gericht

Paris/Wien - Der Ölkonzern ExxonMobil, in Europa unter dem Namen "Esso" bekannt, strengt einen Prozess gegen Greenpeace an. Auslöser sei eine Kampagne, die Greenpeace mit anderen Umweltorganisationen führt. Deren Ziel sei, das Unternehmen dazu zu bringen, sich zum Kyoto-Protokol zur Rettung des Weltklimas zu bekennen, teilte die Umweltschutzgruppe heute, Montag, mit.

ExxonMobil klage nicht die Klimaschutzvorwürfe ein, so Greenpeace. Vor einem französischen Gericht solle es u.a. um die Verwendung eines doppelten Dollar-Logos auf der Homepage der Kampagne "StopEsso" gehen, das, so reklamiere der Kläger, den Konzern optisch mit der SS der Nationalsozialisten in Verbindung bringe. Der Öl-Multi verlange die Entfernung des Logos, eine Strafe in Höhe von 80.000 Euro pro Tag wegen Rufschädigung und eine Buße gleichen Ausmaßes, sollte Greenpeace die Forderungen nicht erfüllen. Außerdem solle der Terminus "StopEsso" nicht mehr verwendet werden dürfen.

Geklagt wird konkret wegen der französischen Internetseite http://www.greenpeace.fr/stopesso/index.html, einer von mehreren weltweiten "StopEsso"-Seiten. Eine erste Gerichtsverhandlung soll am kommenden Montag (1. Juli) in Paris stattfinden. Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International, bezeichnete die Vorwürfe als "lächerlich". Esso wisse, dass der Konzern eine Debatte über Klimawandel nicht gewinnen könne, daher werde versucht, den Umweltschützern einen rechtlichen "Knebel" im Cyberspace anzulegen. (APA)

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