Neue Handyschlacht eingeläutet

24. Juni 2002, 15:52
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Mit MMS, Roamingangeboten und "Sieben-Cent-Fight" versuchen heimische Mobilfunkanbieter sich gegenseitig Kunden abzujagen

Als erster österreichischer hat die Mobilkom Austria Anfang Juni den neuen Service MMS (Multimedia Message Service), den Nachfolger der SMS-Kurzmitteilung, gestartet. Mit MMS können künftig nicht nur Textnachrichten von mehr als 4.000 Zeichen (SMS: 160 Zeichen), sondern auch Bilder und Musik versendet werden. Bis 1. September 2002 ist das Angebot gratis, danach kostet jede versendete MMS 60 Cent.

T-Mobile will MMS ab Mitte Juli anbieten, one und Tele.ring werden ihre Kunden im Herbst mit den neuen Service beglücken.

Angeheizt

Wie das Nachrichtenmagazin Format in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat die frische Technik den Wettbewerb um den gesättigten Handymarkt Österreich "neu angeheizt". Vorallem die beiden großen heimischen Mobilfunkanbieter, Mobilkom und T-Mobile, wittern dank MMS die Chance, dem anderen Kunden abjagen zu können. Dementsprechend werden Millionen von Euros in Werbekampagnen gesteckt.

Das zweite Schlachtfeld

Neben MMS gilt das Telefonieren per Handy im Ausland als zweites Schlachtfeld der Branche. Mit günstigen Roamingangeboten keilern alle vier Netzbetreiber um Kundschaft. Als "unschlagbar" – laut Format – gilt dabei der WorldClass-Tarif von T-Mobile, mit dem man aus 24 Ländern um 45 Cent pro Minute telefonieren kann und zwar zu allen Festnetzanschlüssen in Österreich und zu jedem T-Mobile-Handy, auch im Urlaubsland.

"Sieben-Cent-Fight"

Ergänzend tobt seit April dieses Jahres der "Sieben-Cent-Fight". Praktisch alle Betreiber bieten einen Siebe-Cent-Tarif für Gespräche im eigenen Netz an. Die aggressivste Strategie fährt dabei der jüngste und kleinste Mobilfunkbetreiber. Tele.ring verlangt sieben Cent auch für Anrufe in fremde Netze und gerade mal zwei Cent ins eigenen Netz – allerdings nur für Businesskunden.

Neukunden

Laut Format hat sich der Kampf um Handykunden auch deshalb wieder verschärft, weil die Mobilfunkprovider kaum noch echte Neukunden gewinnen können. T-Mobile hat im Zuge der Namensänderung 20 Millionen Euro zusätzlich an Werbung und PR budgetiert. Die Mobilkom "buttert" 2002, laut Mobilkom-Chef Boris Nemsic, einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag" in die Werbung. One und Tele.ring stehen nicht viel nach. (red)

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