Pakistan: Keine "stichfesten Beweise" für Versteck Bin Ladens

24. Juni 2002, 08:47
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US-Oberbefehlshaber Franks beginnt Gespräche in Islamabad

Islamabad - Pakistan sieht keine "stichfesten Beweise" dafür, dass sich der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden im Land versteckt hält. Es sei zwar eine Möglichkeit, dass sich der El-Kaida-Chef in den westlichen Stammesgebieten nahe Afghanistan aufhalte, sagte Armeesprecher Rashid Qureshi am Montag in Islamabad. Es gebe aber keine "harten Fakten", die dies belegten. Der Besuch des Oberbefehlshabers über die US-Truppen in der Region, Tommy Franks, habe nicht das Ziel, die Jagd nach dem meist gesuchten Mann der Welt zu intensivieren.

Der US-General begann unterdessen seine Gespräche mit hochrangigen pakistanischen Vertretern. Im Mittelpunkt sollten die laufenden Einsätze gegen Taliban und El-Kaida-Kämpfer stehen.

US-Kommandos durchkämmen derzeit mit Unterstützung pakistanischer Soldaten das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Ziel ist die Ergreifung flüchtiger Taliban und El-Kaida-Kämpfer, die den Truppen der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan entkommen wollen.

Zuvor hatte US-Senator Bob Graham im US-Fernsehsender Fox gesagt, die "besten Geheimdienste" der USA vermuteten Bin Laden in Pakistan. Demnach gehen Experten davon aus, dass der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September noch lebt und sich im Westen Pakistans versteckt. Der pakistanische Armeesprecher Qureshi betonte in dem Zusammenhang, wenn die US-Geheimdienste solche Informationen hätten, sollten sie diese mit ihren pakistanischen Kollegen teilen.

Am Sonntag hatte sich die El Kaida zu dem Anschlag auf die Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba bekannt, bei dem im April 19 Menschen getötet worden waren. In dem von dem katarischen Sender ausgestrahlten Bekennervideo sagte El-Kaida-Sprecher Suleiman Abu Ghaith unter anderem, Bin Laden sei gesund. (APA)

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