Kaum Zwischenfälle bei Wahl in Kongo-Brazzaville

23. Juni 2002, 21:47
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Großes Polizeiaufgebot sicherte Urnengang

Brazzaville - Weitgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle ist am Sonntag nach offiziellen Angaben die zweite Runde der Parlamentswahl in Kongo-Brazzaville verlaufen. Die Stichwahl stand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, nachdem Rebellen am 14. Juni zum ersten Mal seit dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs in der Republik Kongo Ende März wieder die Hauptstadt Brazzaville angegriffen hatten. Ersten Berichten zufolge war die Wahlbeteiligung am Sonntag eher gering.

Bei der Stichwahl am Sonntag ging es darum, über die verbliebenen 86 Mandate zu entscheiden. 51 Parlamentarier hatten bereits in der ersten Runde vor vier Woche mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten. 29 Sitze waren dabei an Mitglieder der Partei von Präsident Denis Sassou-Nguesso gegangen. Die erste Wahlrunde wurde von Vorwürfen des Betrugs und der Unregelmäßigkeiten überschattet.

Der jahrelange Bürgerkrieg in der Republik Kongo wurde 1999 mit einem Waffenstillstand der Konfliktparteien beendet. Die Kämpfe flammten jedoch am 29. März, zwei Wochen nach der Wahl Sassou-Nguessos wieder auf. Sassou-Nguesso ist seit 1997 an der Macht. Nach Angaben der Regierung vertrieb die Armee in den letzten Wochen die Rebellen aus ihren wichtigsten Stützpunkten in der Region Pool im Süden des westafrikanischen Landes. Laut Angaben der Vereinten Nationen wurden seit dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe mindestens 50.000 Menschen obdachlos. (APA/AP)

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