Durchbruch bei Malaria-Bekämpfung

23. Juni 2002, 18:26
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Erreger verwandelt Abwehrstoff in wirkungslose Substanz

Johannesburg - Südafrikanischen Wissenschaftlern ist nach eigenen Angaben ein Durchbruch bei der Malaria-Bekämpfung gelungen. Die neuen Ergebnisse erlaubten die Entwicklung wirksamerer Medikamente gegen die Infektionskrankheit, sagte Giovanni Hearne, ein Mitglied des verantwortlichen Forscher-Teams an der Universität Johannesburg am Sonntag. Die Forscher entdeckten, dass der Malaria-Erreger einen wichtigen Abwehrstoff im Blut des Menschen in eine wirkungslose Substanz verwandelt.

Nach der Ausschaltung des Abwehrstoffs zerstört der Erreger ungehindert die für den Sauerstoff-Transport zuständigen roten Blutkörperchen. In Zukunft könnten Wirkstoffe entwickelt werden, die den Ausschaltungs-Mechanismus blockieren, sagte Hearne.

Die Malaria (Italienisch: "Schlechte Luft") ist eine Erkrankung, bei der Parasiten in den Zellen des Blutes wachsen und diese immer mehr zerstören. Die Malaria kann tödlich verlaufen, etwa wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt wird. Der Mensch wird von weiblichen Mosquitos der Gattung Anopheles infiziert, die bei einer früheren Blutmahlzeit die Parasiten aufgenommen haben und diese nun mit ihrem Speichel in die Stichwunde abgeben.

Wenn der Mensch infiziert wird, wandert der Parasit zunächst in die Leber und vermehrt sich in einer Leberzelle. Zu einem nicht vorhersehbaren Zeitpunkt, der auch Jahre nach der Infektion liegen kann, platzt diese Zelle und die Parasiten werden in die Blutbahn eingeschwemmt. Jetzt beginnt ein Entwicklungszyklus, der mit der Zeit rhythmisch werden kann und dann an jedem dritten ("Tertiana") oder vierten ("Quartana") Tag zu einem Fieberschub führt.

Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Millionen Menschen an Malaria, die meisten von ihnen in Afrika. Betroffen sind vor allem Kinder. (APA)

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