Kostunica kündigt Bündnis mit der Koalition DOS

23. Juni 2002, 17:34
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Präsident beschuldigt Djindjic des mehrmaligen Bruchs von Abkommen

Belgrad - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat am Sonntag formell das seit fast zwei Jahren bestehende Bündnis der von ihm geführten Demokratischen Partei Serbiens (DSS) mit der regierenden Koalition DOS aufgekündigt. Vor dem DSS-Hauptausschuss in Belgrad beschuldigte er die DOS-Mehrheit von Serbiens Ministerpräsident Zoran Djindjic, das Koalitionsabkommen "mehrmals" gebrochen zu haben. Die DSS verbinde mit der DOS kein Koalitionsabkommen mehr sondern lediglich das Wahlversprechen aus dem Jahr 2000 und das Interesse Serbiens und Jugoslawiens, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Beta.

Kostunica verlangte die Verabschiedung einer neuen Verfassungsdeklaration über die Umgestaltung des gemeinsamen Staates von Serbien und Montenegro, die Abhaltung von Bundeswahlen, eine neue Verfassung Serbiens und Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Serbien. Sollte diese Reihenfolge nicht eingehalten werden, werde seine Partei schon die "richtige Antwort" darauf finden, warnte Kostunica. Seine Abgeordneten haben bereits das serbische Parlament verlassen, Kostunica hat eine "Schattenregierung" gebildet. (APA/dpa)

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