Die Erklärung des El-Kaida-Sprechers

23. Juni 2002, 16:40
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"Der Krieg gegen die USA fängt erst an"

Dubai - Das mutmaßliche Terror-Netzwerk El Kaida hat sich zu dem Anschlag auf die Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba bekannt, bei dem im April 19 Menschen getötet worden waren. El-Kaida-Sprecher Suleiman Abu Ghaith kündigte in der am Sonntag vom Fernsehsender El Jazeera ausgestrahlten Erklärung weitere Anschläge an. Die Nachrichtenagentur AFP dokumentiert Auszüge der Erklärung im Wortlaut:

(...) "Acht Monate nach dem amerikanischen Krieg gegen Afghanistan (...) sind Scheich Osama bin Laden (...) und Mullah Omar am Leben (...) entgegen der Gerüchte, nach denen sie in Tora Bora umgekommen sind."

(...) "Die ganze Welt und die befreundeten Mudschaheddin werden bald das Vergnügen haben, Osama bin Laden im Fernsehen zu sehen."

(...) "Der Kampf zwischen uns und den Amerikanern ist ein Kampf zwischen den Guten und den Bösen. Amerika repräsentiert den Kopf des Bösen. Wir sind davon überzeugt, dass der Sieg unabwendbar auf der Seite der Moslems sein wird."

(...) "Amerika muss sich vorbereiten und den Sicherheitsgurt enger schnallen. Wir werden dort zuschlagen, wo (die US-Bürger) es nicht erwarten."

(...) "Der Krieg gegen die USA fängt erst an (...). Ich kann sagen, dass 98 Prozent der Anführer von El Kaida unbeschadet sind und dass die Organisation nicht berührt wurde."

(...) "Unsere militärischen, sicherheitstechnischen, wirtschaftlichen und kommunikativen Fähigkeiten sind intakt. Wir überwachen erneut amerikanische Ziele. Die Moslems werden ihre Freude haben."

(...) "Wir hören nicht auf, Amerika auf der ganzen Welt zu treffen. Wir haben noch immer die Möglichkeiten dazu. Die ganze Welt wird sehen, dass es nicht nur Drohungen sind."

(...) "Unsere Mitglieder sind bereit, Operationen gegen amerikanische und jüdische Ziele vorzunehmen."

(...) "Die Operation gegen die Synagoge auf Djerba wurde von einem jungen Mitglied der Organisation El Kaida durchgeführt, das es nicht mehr ertragen konnte, wie seine Brüder in Palästina sich töten ließen, während die Juden spazieren gehen, sich amüsieren und ihre Rituale öffentlich praktizieren können."

(...) "Die palästinensische Sache ist Opfer des Verrats und des sehr großen Komplotts, der von verräterischen arabischen und moslemischen Regierungen angezettelt wurde."

(...) "Die Initiative von (dem saudiarabischen Kronprinzen) Abdullah bedeutet den Moslems nichts. Sie ist ein Komplott und ein großer Verrat.(APA)

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