US-Kolumnistin Ann Landers gestorben

23. Juni 2002, 16:09
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"Kummerkasten" der Nation

Sie war der Kummerkasten der Nation: Die legendäre amerikanische Kolumnistin Ann Landers ist tot. Die 83-Jährige, deren Kolumnen mit Ratschlägen für alle Lebenslagen weltweit in mehr als 1.200 Zeitungen mit 90 Millionen Lesern erscheinen, starb am Samstag in Chicago an Krebs, teilte ihre Heimatzeitung, die "Chicago Tribune" mit. Ann Landers galt als eine der einflussreichsten Frauen Amerikas. Sie erhielt täglich bis zu 2.000 Briefe.

Liberale und direkte Antworten

Die Tochter russischer Einwanderer, mit echtem Namen Esther Pauline Lederer, übernahm die Ratgeberkolumne 1955. Mit ihren liberalen und direkten Antworten revolutionierte sie die oft altmodischen Benimm- und Anstandsratschläge ihrer Vorgängerinnen und machte den Kummerkasten salonfähig. In der "Washington Post" erscheinen bis heute täglich Briefe von Verzweifelten und Erzürnten mit Landers Kommentaren zu Dauerthemen wie Sex, Scheidung, Misshandlung, Homosexualität und Abtreibung.

Ratschläge wurden zu Bonmots

Die Journalistin war mit Jules Lederer verheiratet, dem Gründer der Autovermietung Budget Rent-A-Car. Das Paar ließ sich 1975 scheiden. Mehrere ihrer Ratschläge wurden in den USA zu Bonmonts: "Ein unwilliger Bräutigam ist ein schlechter Ehemann" etwa, oder: "Mitte 50 ist zu jung, um sich mit Asche zufrieden zu geben, wenn noch Feuer im Kamin ist." Landers Lebensmotto: "Erfolg ist die Fähigkeit, sein Glück zu nutzen." (APA/dpa)

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