Marin glaubt nicht an Nachhaltigkeit der Pensionsreform

23. Juni 2002, 14:31
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Sozialexperte hält Rückgang der Pensionen für "reinen Einmaleffekt" - Anstieg der Neupensionen für 2003 und 2004 erwartet

Wien - Sozialexperte Bernd Marin glaubt nicht an die nachhaltige Wirkung der im Jahr 2000 beschlossenen Pensionsreform. "Ich bezweifle, dass die Pensionsreform greift." Daran ändern auch die Statistiken nichts, die von einem Rückgang der Pensionierungen sprechen. "Natürlich mussten die Maßnahmen der Regierung unmittelbar etwas bewirken. Aber die Reform greift viel zu kurz, der Rückgang ist ein reiner Einmaleffekt", so Marin im "Kurier" (Sonntag-Ausgabe). 2003 und 2004 erwartet er wieder einen Anstieg der Neupensionen.

Abgesehen davon, dass der Zugang zur Frühpension von 55 auf 56,5 Jahre für Frauen und von 60 auf 61,5 Jahre für Männer angehoben wurde, komme dem derzeitigen Abwärtstrend die Demografie zu Hilfe. "Vor allem bei Männern gibt es einen Bevölkerungsrückgang Pensions-naher Jahrgänge." Ab 2005 werde sich das wieder ändern, vermutuet Marin. Da kommen geburtenstarke Jahrgänge, bei den Frauen sogar schon 2003.

Bei den Invaliditätsrenten ortet der Experte hingegen tatsächliche Besserung: Seit 1995 gehe etwa jeder zweite Mann als Invalide in Pension, die Abschaffung der "Pension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit" habe nun zu einem Rückgang geführt. Das Minus sei zudem nur zu einem Drittel durch ein Ausweichen in die "normale" Invaliditätspension zunichte gemacht. Entwarnung will Marin für diesen Bereich aber dennoch nicht geben.(APA)

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