Das Paradies der freien Daten

24. Juni 2002, 08:44
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Auf einer kleinen Bohrinsel darf ins Internet gespeist werden, was anderswo zensuriert wird - DeCSS als Testlauf

Einen ungewöhnlichen Standort hat sich der Internet-Provider HavenCo - wie das Online-Magazin Telepolis berichtet - für seine Unternehmungen ausgesucht: Auf einer Bohrinsel 10 Meilen vor der Küste Großbritanniens stehen die Server des Unternehmens. Aber nicht nur der Standort ist bemerkenswert auch das Ziel der Firma, auf der Bohrinsel soll ein sicherer Hafen für anderswo zensurierte Inhalte geschaffen werden.

Unabhängigkeit

Dabei setzen die Betreiber darauf, dass der Inhaber der vor langer Zeit verlassenen Plattform diese - nach der Besetzung derselbigen - 1967 zum unabhängigen Fürstentum Sealand erklärt hatte, und diese vor einem englischen Gericht indirekt anerkannt wurde, da sich die Behörde als nicht zuständig erklärte, weil sich die Plattform in internationalem Gewässer befinde. Auch eine eigene Währung, Briefmarken, Währung und sogar Wachen besitzt Sealand.

Testen

Die Betreiber von HavenCo verstehen ihr Unternehmen sowohl als ein kommerzielles als auch ein politisches, als erster Testlauf soll das allerorten von der Musikindustrie gerichtlich verfolgte DVD-Entschlüsselungsprogramm DeCSS auf den Servern angeboten werden. Der Schwachpunkt der ganzen Idee bleibt freilich die Internet-Anbindung der Plattform selbst, die mittels Satellitenübertragung geschieht... (red)

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