Fatah-Jugend droht Friedensvermittlern mit dem Tod

23. Juni 2002, 12:11
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Appelle von führenden Palästinensern zum Ende der Selbstmordattentate seien Verrat

Ramallah - Die Fatah-Jugendbewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat Appelle von führenden Palästinensern zum Ende der Selbstmordattentate als Verrat bezeichnet. In einem am Sonntag in Ramallah verbreiteten Flugblatt wird dem Jerusalem-Beauftragten der Autonomiebehörde, Sari Nusseiba, mit dem Tod gedroht. Die rund 1.000 Unterzeichner des Aufrufes in den palästinensischen Tageszeitungen werden beschuldigt, "Agenten des Westens, der Zionisten und des amerikanischen Geheimdienstes" zu sein. In der Schlusszeile des Flugblattes heißt es: "Ruhm den Märtyrern, Freiheit für die Gefangenen und Tod den Verrätern und allen, die ihr Bewusstsein verkauft haben".

55 führende Palästinenser hatten am vergangenen Mittwoch erstmals einen Aufruf zum Ende der Selbstmordattentate auf israelische Zivilisten in der Tageszeitung "Al Kuds" veröffentlicht. Bis zum Sonntag wurde der Appell von rund 1.000 Personen unterzeichnet. Dafür war allerdings der Originaltext von Mittwoch verändert worden. In den neuen Appellen wurden das Recht auf Widerstand sowie die Besatzung der Palästinensergebiete als "eigentliches Übel" für Israelis wie Palästinenser aufgenommen.(APA/dpa)

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