Palästinenserführung ruft EU und arabische Länder um Hilfe

22. Juni 2002, 20:57
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Israelisches Verteidigungsministerium befürwortet hartes Durchgreifen

Ramallah - Die Palästinenserführung hat die Europäische Union, die arabischen Länder und die Vereinten Nationen um rasche Hilfe zur Beendigung der israelischen Militäroffensive gebeten. Zugleich verlangte Informationsminister Yasser Abed Rabbo am Samstag in Ramallah den Rückzug der israelischen Truppen aus allen autonomen Palästinensergebieten und die Einhaltung aller abgeschlossenen Verträge. Rabbo warf Israel vor, zur Besetzung zurückkehren zu wollen.

Die Palästinenserführung kritisierte die US-Regierung, weil sie Israel nach einer Serie von blutigen Selbstmordanschlägen das Recht auf Selbstverteidigung eingeräumt hatte. Rabbo hielt den Vereinigten Staaten vor, sie unterstützten die Militäraktionen der Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon.

Amos Yaron von der Leitungsebene des israelischen Verteidigungsministeriums sagte am Samstag im Rundfunk, notfalls müsse Israel im Westjordanland mit harter Hand durchgreifen, wenn es kein Ende der Selbstmordanschläge gebe. "Sollte das bedeuten, dass wir in die Gebiete gehen und dort für eine lange Zeit bleiben, müssen wir das in Erwägung ziehen." Israel hatte bereits im April das Westjordanland besetzt und Hunderte von Extremisten festgenommen.

Die radikale Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) warf Palästinenser-Präsident Yasser Arafat am Samstag vor, auf das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge verzichtet und damit "die grundlegenden Interessen des palästinensischen Volkes" gefährdet zu haben. Arafat hatte der israelischen Zeitung "Haaretz" gesagt, er billige einen entsprechenden US-Plan aus dem Jahr 2000, in dem ein generelles Rückkehrrecht nach Israel nicht mehr vorgesehen war. (APA/dpa/Reuters)

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