TUI und Germania planen Billigflug-Joint-Venture

22. Juni 2002, 18:53
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Deutscher Lufthansa droht Konkurrenz

Frankfurt - Der Reisekonzern TUI und die Billig-Airline Germania wollen einem Magazinbericht zufolge ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau einer eigenen Niedrigpreis-Airline gründen und damit der Deutschen Lufthansa Konkurrenz machen. Die neue Gesellschaft solle zunächst fünf Boeing-Jets aus dem Besitz des Germania-Chefs Hinrich Bischoff und die bereits existierenden Strecken von Berlin nach Frankfurt am Main und Köln übernehmen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag im Voraus unter Berufung auf Insider.

In den nächsten drei Jahren solle die Flotte um 50 Maschinen wachsen und auch Fernstrecken bedienen, berichtete das Magazin weiter. TUI werde vorerst knapp 20 Prozent und Bischoff rund 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen halten. Bei TUI und Germania war am Samstag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

In dem Bericht hieß es weiter, der Ticketverkauf für das Joint-Venture erfolge unter der Führung der TUI über das Internet und die konzerneigenen Reisebüros. Derzeit bescheren die TUI-Reisebüros dem Bericht zufolge Lufthansa rund eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Komme die neue Airline bei den Kunden an, dürfte ein Teil davon künftig bei dem Gemeinschaftsunternehmen landen, hieß es.

Die Lufthansa muss sich seit einiger Zeit gegen die Billig-Angebote von Mitbewerbern wie Germania, der irischen Ryanair und der kürzlich von der britischen Gesellschaft easyjet übernommenen Go-Fly behaupten. Nun will Ryanair einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge neben dem ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt Frankfurt-Hahn noch in diesem Jahr auch Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen anfliegen. Die Geschäftsführer der Flughäfen Mönchengladbach, Dortmund, Münster/Osnabrück, Paderborn und Weeze Laarbruch hätten Kontakte zu der irischen Billig-Fluglinie bestätigt, berichtete das Blatt am Samstag im Voraus. (APA/Reuters)

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