"Gegengipfel": Einwanderer sind keine Gefahr, sondern Bereicherung

22. Juni 2002, 18:35
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100.000 Globalisierungskritiker wollen in Sevilla demonstrieren

Sevilla - Globalisierungskritiker haben am Rande des EU-Gipfeltreffens in Sevilla gegen die Einwanderungspolitik der Europäischen Union protestiert. Auf einem "Gegengipfel" in der südspanischen Metropole verlangten sie am Samstag, die Immigranten nicht als eine Bedrohung zu betrachten, sondern als eine Notwendigkeit und Bereicherung.

"Das Wort Integration verschwindet aus den Vorschlägen der EU", bemängelte der Sprecher Carls Haynes. Er begrüßte jedoch, dass die Staats- und Regierungschefs der EU dem spanischen Vorschlag, beim Kampf gegen die illegale Immigration auch Sanktionen gegen Drittstaaten vorzusehen, nicht gefolgt seien.

Der "Gegengipfel" war von Dutzenden von Gruppen und Initiativen veranstaltet worden, darunter auch Umweltschützer, Ausländergruppen, Pazifisten und Frauenrechtlerinnen. Die Teilnehmer warfen der EU vor, mit ihrer Sicherheitspolitik das Europaparlament zu umgehen. "Die Militärpolitik der EU ist eine riesige Geheimniskrämerei", sagte der Sprecher Arcadi Oliveres. "Viele militärische Vorhaben wären vom EU- Parlament abgelehnt worden."

Etwa 50 Teilnehmer des Treffens besetzten eine Kirche in Sevilla, während dort gerade eine Hochzeit stattfand. Für den Abend hatten die Globalisierungskritiker zu einer Protestkundgebung aufgerufen, zu der mehr als 100.000 Menschen erwartet wurden. (APA/dpa)

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