Die Macht des Lächelns

22. Juni 2002, 17:40
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... hängt von der Aufgeschlossenheit des Gegenübers ab - Neurotiker empfinden bei diesem Anblick nichts

Washington - Wer mit einem Lächeln auf dem Gesicht Kontakt herstellen möchte, hat nur bei geselligen Menschen Glück. Ihr Gehirn spricht auf den freudigen Ausdruck an und reagiert mit positiven Emotionen. Dagegen hat das gleiche Lächeln auf introvertierte Gemüter wenig oder keinen Effekt. Verschlossene Menschen oder Neurotiker empfinden wenig oder nichts, wenn sie ein fröhliches Gesicht sehen. Ihr Gehirn bleibt ungerührt.

Diese Erkenntnis haben US-Forscher von der Stanford Universität in Palo Alto (Kalifornien) bei Aufnahmen vom Gehirn mit der funktionellen Kernspintomographie (fMRI) gesammelt. Sie legten den Teilnehmern ihrer Versuche Aufnahmen mit glücklichen und bösen Gesichtern vor und maßen ihre Hirnströme.

Drohungen kommen an

Im US-Fachmagazin "Science" beschreiben Turhan Canli und Kollegen, dass die Verarbeitung einer heiteren Vision in der Amygdala, der für Emotionen zuständigen Hirnregion, von der Aufgeschlossenheit eines Menschen abhängt. Je extravertierter er ist, desto eher lässt er sich anstecken.

Unabhängig von dem Grad der Auf- oder Verschlossenheit dagegen ist die Reaktion auf eine bedrohliche Mimik. Sie ruft durch die Bank das gleiche Ergebnis hervor - ein ebenfalls grimmiges Gesicht. Canli und Kollegen sehen darin die natürliche Reaktion des Hirns auf eine mögliche Gefahr, die in den Zügen des Gegenüber zum Ausdruck kommt. (APA/dpa)

Vgl. "Science", (Bd.296, S. 2191)
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