In Brasilien spricht man nur noch vom fünften WM-Titel

22. Juni 2002, 14:55
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Lob von allen Seiten nach dem Sieg über England

Shizuoka/Rio de Janeiro - Brasiliens Fußballfans feierten den Aufstieg ihrer Mannschaft ins WM-Halbfinale fast schon wie den Titelgewinn. Der fünfte nach 1958, 1962, 1970 und 1994 steht nach dem 2:1 gegen England am Freitag für viele praktisch schon fest. Die Fans sind derzeit jedenfalls sogar mit dem ungeliebten Teamchef Luiz Felipe Scolari versöhnt, dessen Personalentscheidungen (Romario) und Sturheit nicht wenige gegen ihn aufgebracht hatten.

Sogar Carlos Alberto Parreira, Teamchef beim bisher letzten WM-Triumph 1994 und auch nicht immer ein Fan der aktuellen Mannschaft, meinte nach dem Sieg gegen England: "Heute mochte ich unser Team wirklich". Vielleicht hilft den Südamerikanern auch etwas die WM-Geschichte. Als sie 1958, 1962 und 1970 Weltmeister wurden, hatten sie vorher gegen England gespielt und bei zwei Siegen und einem Remis nicht verloren. Scolari war von seiner Mannschaft, die mit zehn Mann souverän elf Engländer in Schach gehalten hatte, geradezu begeistert.

"Noch nie habe ich eine brasilianische Nationalelf mit einem derart großen Kampfgeist erlebt", jubelte er. Im Halbfinale werden ihm aber wohl Ronaldinho und eventuell der von Muskelproblemen geplagte Ronaldo fehlen.

Es ist bereits der zehnte Vorstoß der Brasilianer in die Runde der letzten vier, beim Maximum von 17 Endrundenteilnahmen. Deutschland schaffte dies allerdings in nur 15 Auftritten. Brasilien gegen Deutschland, das hat es übrigens bei einer WM überraschenderweise noch nie gegeben.(APA)

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