Musharraf vermutet El Kaida hinter Anschlägen in Pakistan

22. Juni 2002, 14:42
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US-Oberbefehlshaber Franks zu Gesprächen in Islamabad erwartet

Islamabad - Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf vermutet das mutmaßliche Terror-Netzwerk El Kaida hinter den jüngsten Anschlägen in seinem Land. Gleichzeitig schloss er in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC am Samstag aber auch eine Beteiligung des indischen Geheimdienstes an den Attentaten nicht völlig aus. "Eine Organisation, eine Gruppe oder ein Land" sei mit dem engen Verhältnis Pakistans zu den USA und den Fortschritten des pakistanischen Militärs nicht zufrieden. "Sie wollen das Klima für Investitionen in unserem Land schädigen", sagte Musharraf.

Am Freitag vergangener Woche waren bei einem Autobombenanschlag vor dem US-Konsulat in Karachi mindestens elf Menschen getötet und 40 weitere teils schwer verletzt worden. Einen Monat zuvor starben elf Franzosen und drei Pakistaner, als ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto gegen einen Bus lenkte.

Der Oberbefehlshaber über die US-Truppen in der Region, Tommy Franks, wurde am Sonntag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu Gesprächen erwartet. Im Mittelpunkt sollten die laufenden Einsätze gegen Taliban und El-Kaida-Kämpfer stehen. US-Kommandos durchkämmen derzeit mit Unterstützung pakistanischer Soldaten das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Ziel ist die Ergreifung flüchtiger Taliban und El-Kaida-Kämpfer, die den Truppen der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan entkommen wollen. Seit vergangenem Oktober hat Pakistan mehr als 400 Flüchtlinge mit Kontakten zu dem mutmaßlichen Terror-Netzwerk von Osama bin Laden festgenommen. (APA)

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    Pervez Musharraf

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