Weißkopfadler für New York

22. Juni 2002, 09:57
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Die nationalen Symbole der USA, seit dem 18 Jahrhundert nicht in Manhattan heimisch, sollen angesiedelt werden

Washington - Die Weißkopfadler sollen in Manhattan wieder heimisch werden. Vier junge Tiere wurden jetzt im Inwood Hill Park an der Nordspitze des New Yorker Stadtbezirks kontrolliert ausgesetzt. Die Greifvögel werden zwar täglich mit frischem Fisch gefüttert, aber nicht im Käfig gehalten, sondern in einer Art Baumhaus. Die Zoologen hoffen, dass sich die Jungadler in ihrer neuen Umgebung bald heimisch fühlen werden und das Experiment gelingt. In Manhattan waren zuletzt im 19. Jahrhundert Weißkopfadler gesichtet worden.

Ihren "ersten Flug" haben die vier jungen Adler bereits erfolgreich überstanden - allerdings in einem Flugzeug, das sie aus ihrer Heimat im Norden von Wisconsin nach Newark (US-Bundesstaat New York) brachte. Von dort gelangten sie in Käfigen direkt in das Zentrum der Acht-Millionen-Stadt. Als ihnen im neuen Baumhaus im Inwood Park die Kopfkappen abgenommen wurden und sie erstmals die Skyline von Manhattan sahen, wirkten sie "überrascht", berichtete die "New York Times".

Tödliche Abstürze befürchtet

Wenn die Greifvögel flügge werden, bestehe die Gefahr tödlicher Abstürze bei den ersten Flugübungen, erläutert der Falkner Thomas Cullen. Die erfolgreicheren Flieger könnte im Spätsommer das Fernweh packen, und sie könnten New York wieder verlassen. Künftig sollen aber jedes Jahr vier Jungvögel im Park ausgesetzt werden, in der Hoffnung, dass einige sich dauerhaft ansiedeln und eine neue Weißkopfadler-Population entsteht.

Weißkopfadler sind seit 1792 das nationale Symbol der USA. Die Greifvögel erreichen eine Flügelspanne bis zu 2,3 Meter und eine Höhe von einem Meter, wobei die weiblichen Tiere um 30 Prozent größer als die männlichen werden. Von ihren rund 7.000 Federn sind jene am Kopf, an den Flügelspitzen und am Schwanz weiß gefärbt. Am liebsten fressen sie Fisch, jagen aber auch Schlangen, Mäuse und Vögel.

In den USA galten Weißkopfadler in den neunziger Jahren noch als "gefährdete Tierart". Sie wurden aber wegen der Erholung des Bestandes 1999 von der Liste gestrichen.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auf dem Foto hält US-Austronaut Aldrin einen Weißkopfadler

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