Gefahr aus dem Weltraum

21. Juni 2002, 21:09
posten

Asteroid 2002 MN hätte Wirkung einer Atombombe gehabt

Wien - Immer wieder versetzen Himmelskörper, die der Erde bedrohlich nahe kommen, Experten und Laien in Aufregung. In der vergangenen Woche war es mal wieder so weit: Ein Asteroid von den Ausmaßen eines Fußballplatzes ist nur knapp an unserem Planeten vorbeigeflogen. Der Himmelskörper 2002 MN kam bis auf 120.000 Kilometer an die Erde heran.

Nach Einschätzung der US-Fachzeitschrift Sky & Telescope wäre die Wucht des Aufpralls mit der Explosion einer Atombombe vergleichbar gewesen.

Kevin Yates, Sprecher des Beobachtungszentrums für erdnahe Objekte (NEO) des britischen National Space Centers, geht hingegen davon aus, dass 2002 MN beim Eintauchen in die Erdatmosphäre verglüht wäre. Zudem handle es sich bei diesem Asteroiden mit einem Durchmesser von 50-120 Meter eher um ein Leichtgewicht, so das britische NEO-Zentrum.

Der Asteroid war erst am 17. Juni gesichtet worden, drei Tage, nachdem er an der Erde vorbeigeflogen war. Die Himmelskörper können erst beobachtet werden, wenn sie erdnah sind und sich das Sonnenlicht in ihnen spiegelt. Dann sei es zu spät, sie mit einer gezielten Rakete vom Kurs abzubringen, warnten die Experten in Sky & Telescopes.

Noch näher als 2002 MN war bisher nur der Gesteinsbrocken XM1 herangekommen. Der zehn Meter große Asteroid hatte die Erde im Dezember 1994 in 105.000 Kilometern Entfernung passiert.

Für Astronomen sind vor allem Himmelskörper von mehr als einem Kilometer Umfang von Interesse. Ein solcher Riesenbrocken soll vor 65 Millionen Jahren über dem heutigen Mexiko niedergegangen sein und eine Kältewelle ausgelöst haben. (DER STANDARD, Printausgabe 22./23.06.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.