Zeugen einer Katastrophe

23. Juni 2002, 19:28
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22./23. Juni 2002 - Es ist ein Kompendium des Schreckens, das der amerikanische Privatsender HBO für seine Dokumentation In Memoriam 9/11/2001 zusammengetragen hat ...

Nicht nur die Bilder sind für alle Zeiten existent, historische Dokumente können heutzutage sogar in Form von Nachrichten auf Anrufbeantwortern letzte Zeugen einer Katastrophe sein: "Neil, it's Brian. A plane crashed into the Trade Center. It's on fire and I'm in it and I can't breathe."

Es ist ein Kompendium des Schreckens, das der amerikanische Privatsender HBO für seine Dokumentation In Memoriam 9/11/2001 zusammengetragen hat und das Samstagabend um 20 Uhr bei CNN auf Sendung gehen wird. Der Film basiert auf den Ereignissen am Tag des Anschlags und die Zeit danach, ausschließlicher Schauplatz des Geschehens ist New York City.

Der geballten Wucht der Bilder um den Crash der beiden Flugzeuge ins World Trade Center steht die grenzenlose Verzweiflung der Trauernden, die am Tag nach der Katastrophe Fotos ihrer verstorbenen Angehörigen in die Kameras der TV-Stationen halten. Die geschockte, hilflose Bevölkerung klammert sich an die Männer des Fire Departement und kreiert aus ihnen frenetisch bejubelte Helden. Doch dort herrscht Depression, denn zu retten gibt es nichts, nur "Körperteile, verstümmelte Leichen", berichtet ein Feuerwehrmann.

In Interviews erzählen der damalige Bürgermeister Rudolph Giuliani und seine Mitarbeiter, wie sie die Stunden der Tragödie erlebten. Darunter jene der Assistentin Beth Petrone, die den Einsturz des zweiten Gebäudes mit ansehen musste, in dem ihr Lebensgefährte, Feuerwehrmann Captain Terry Hatton, wenige Minuten zuvor eingetreten war.

HBO befragte Augenzeugen und verwendete für die 60-minütige Dokumentation Bilder von 16 Nachrichtenorganisationen und 118 New Yorker Amateurfilmern. Bilder, die ihre schockierende Wirkung nicht verlieren, gleichzeitig aber den schlimmsten Terroranschlag der US-Geschichte zum bestdokumentierten Medienereignis aller Zeiten gemacht haben. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 22./23.6.2002)

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