Russland erleidet massiven Brain drain

22. Juni 2002, 18:09
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Mehr als eine halbe Million WissenschafterInnen verließen das Land seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion

Moskau - Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben mehr als eine halbe Million Wissenschafter Russland verlassen und Arbeit im Ausland gefunden. Das teilte der Vorsitzende der in der Akademie der Wissenschaften vertretenen Gewerkschaften, Viktor Kalinuschkin, mit. "Zwischen 500.000 und 800.000 russische Wissenschafter haben langfristige Aufträge im Ausland in den vergangenen zehn Jahren angenommen", sagte er. "Fast keiner von ihnen ist zurückgekehrt."

Kalinuschkin verwies darauf, dass Wissenschafter im Ausland zwischen 3.000 und 7.000 Dollar im Monat verdienen. In Russland sind es dagegen nur 3.000 Rubel - rund 95 Dollar im Monat. Die meisten wissenschaftlichen "Auswanderer" seien zwischen 30 und 50 Jahre alt. Russische Biologen, Chemiker und Computer-Programmierer seien in den USA, Europa und Japan gesucht. So seien zum Beispiel gut 30 Prozent der Microsoft-Produkte von russischen Programmierern entwickelt worden, sagte Kalinuschkin. Die Sowjetunion hatte bis zu ihrer Auflösung 1991 nach eigenen Angaben weltweit die meisten Wissenschaftler. (APA/AP)

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