Weiter Artilleriegefechte in Kaschmir

22. Juni 2002, 18:12
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Musharraf: Lage ist ernst

Neu-Delhi - Indien und Pakistan haben sich am Samstag erneut Artilleriegefechte über die Demarkationslinie in Kaschmir hinweg geliefert. Dabei habe die pakistanische Armee indische Stellungen bei der Stadt Dras unter heftiges Feuer genommen, erklärte das indische Verteidigungsministerium in Neu Delhi nach Angaben der Nachrichtenagentur UNI. Angaben über Opfer oder Zerstörungen bei den Gefechten gab es zunächst nicht.

Für einen indischen Truppenrückzug aus dem Konfliktherd sei es noch zu früh, auch wenn sich das Problem des Eindringens islamischer Extremisten aus Pakistan verringert habe, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Neu-Delhi. "Pakistan weigert sich, eine ernsthafte Vision für Frieden und Versöhnung in der Region zu formulieren", erklärte Sprecherin Nirupama Rao nach Angaben der "Times of India" vom Samstag.

Musharraf nennt Lage zwischen Pakistan und Indien ernst

Die Lage zwischen den Atommächten Indien und Pakistan bleibt nach Ansicht des pakistanischen Militärmachthabers General Pervez Musharraf trotz einer gewissen Entspannung ernst. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges habe abgenommen, aber die Möglichkeit eines Konfliktes bestehe nach wie vor, sagte Musharraf am Samstag in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC.

Beide Länder haben seit Dezember 2001 entlang der Demarkationslinie in Kaschmir starke Truppenverbände aufgestellt. "Die Situation bleibt ernst, solange die Truppen da sind", betonte Musharraf. Eine Verringerung dieser Truppenverbände könne zur Entspannung beitragen. An der Grenze in Kaschmir stehen sich eine Million Soldaten beider Seiten gegenüber.

Unterdessen lieferten sich Indien und Pakistan am Samstag erneut Artilleriegefechte über die Demarkationslinie in Kaschmir hinweg. Dabei habe die pakistanische Armee indische Stellungen bei der Stadt Dras unter heftiges Feuer genommen, erklärte das indische Verteidigungsministerium in Neu Delhi nach Angaben der Nachrichtenagentur UNI. Angaben über Opfer oder Zerstörungen bei den Gefechten gab es zunächst nicht. (APA/dpa)

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