EU-Außenminister drängen auf internationale Nahost-Initiative

21. Juni 2002, 19:35
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Fischer fordert Einberufung von Konferenz noch in diesem Sommer

Sevilla - Die Außenminister der Europäischen Union drängen auf eine rasche und energische internationale Initiative, um die Gewaltspirale im Nahen Osten zu durchbrechen. Beim EU-Gipfeltreffen in Sevilla hätten die Minister große Sorge über die jüngste Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern geäußert, sagte der deutsche Außenminister Joschka Fischer am Rande der Konferenz. Jetzt sei eine "wirklich eigene Initiative" der internationalen Gemeinschaft notwendig, um den Terror zurückzudrängen.

Fischer forderte eine schnelle Einberufung der geplanten internationalen Nahostkonferenz. Zwischen einer Konferenz in diesem Sommer oder erst im Herbst könnten entscheidende Wochen liegen, wenn die Lage weiter eskaliere. Es hänge entscheidend davon ab, welche Richtung die USA mit der von US-Präsident George W. Bush angekündigten Nahost-Rede einschlügen.

Nahost-Erklärung soll verabschiedet werden

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollten zum Abschluss ihres Treffens in Sevilla am Samstag eine Nahost-Erklärung verabschieden. Entscheidend sei jetzt der schnelle Beginn einer Initiative, sagte Fischer. Die Europäer hätten mit dem Gipfeltreffen eine gute Gelegenheit, von Sevilla aus diese Position nach Washington auszusenden. Der "hochgefährlichen Eskalation" im Nahen Osten müsse entgegengesteuert werden. (APA/dpa)

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