"Wenn alles in einer Hand ist"

22. Juni 2002, 10:33
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"News"-Herausgeber Worm: Dank "Formil" keine Jobalternativen

Als der damalige "Aufdecker der Nation" Alfred Worm vor rund zehn Jahren profil "im Würgegriff der Eigentümer" sah, ging er. Zu "News", wo er heute Herausgeber ist. Die würgenden Eigentümer haben ihn beinahe eingeholt.

Seit dem "Formil"-Deal im Vorjahr ist Raiffeisen auch mit 25,3 Prozent an der Verlagsgruppe News beteiligt. "profil" und alle anderen Magazintöchter haben die grünen Genossen in die nun noch deutlicher marktbeherrschende Gruppe eingebracht. Und Raiffeisen gehört als Kurier-Hauptgesellschafter zudem ein Gutteil der den Zeitungsmarkt beherrschenden Mediaprint.

Gehen ist also keine wirkliche Option für Journalisten, so sie in ihrem Metier bleiben wollen, erklärt Worm Freitag bei einem Vortrag in Wien. "Wenn alles in einer Hand ist" nämlich.

Denn auch in Deutschland, meint der News-Mann, gehöre von Magazinen bis zu den Fernsehsendern alles denselben Konzernen, WAZ also und Bertelsmann. Hier irrt Worm wie in der Zuordnung des deutschen Focus. Nicht Bertelsmann gehört der Titel: Im Gegensatz zu Österreich gibt dort weitere Große wie dessen Mutter Burda oder Springer ("Bild", "Welt").

Worm verteidigt die Magazinfusion, weil es "profil" sonst nicht mehr gebe. Dass dann Platz für neue Mitbewerber im Magazinmarkt wäre, sagt er nicht. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 22./23.6.2002)

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