Wieder Terrorwarnung in den USA

22. Juni 2002, 09:06
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FBI warnt vor Anschlägen mit Tanklastwagen - Angriff auf Las Vegas befürchtet

Washington - Die US-Bundespolizei FBI hat vor der Gefahr von Terroranschlägen mit Tanklastwagen gewarnt. Die Warnung beruhe nicht auf gezielten Drohungen, sondern auf Hinweisen aus der Vernehmung inhaftierter Terrorverdächtiger, betonte ein Beamter der US-Bundespolizei am Freitag in Washington. Bereits zuvor hatte das FBI angekündigt, zum Schutz vor Terroranschlägen zum Nationalfeiertag am 4. Juli größere Paraden und Feiern zu überwachen.

Die Polizei in allen 50 US-Staaten sei angewiesen worden, auf Tanklastwagen zu achten, da mit diesen Anschläge auf jüdische Ziele, wie zum Beispiel Synagogen, verübt werden könnten, teilte der FBI-Beamte mit. In den vergangenen Wochen hat die Bundespolizei bereits mehrfach landesweite Warnungen herausgegeben, unter anderem vor möglichen Anschlägen mit Rettungsfahrzeugen.

4.Juli im Visier

Bereits am Mittwoch war aus Regierungskreisen verlautete, dass der 4. Juli den Vernehmungen von El-Kaida-Kämpfern zufolge für potenzielle Terroristen von besonderem Interesse sei. Zu den Sicherheitsvorkehrungen sollen verschiedene Formen elektronischer Überwachung und die Anwesenheit von Polizeibeamten in Zivil und in Uniform gehören. Besonderes Augenmerk gelte Veranstaltungen in Innenstädten in der Nähe von U-Bahn-Stationen oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.

US-Präsident George W. Bush sagte in Orlando im US-Bundesstaat Florida: "Jedes Mal, wenn wir eine Drohung erhalten, die wir als ernst einstufen, machen wir sie bekannt, und die Menschen müssen entsprechend reagieren." In Regierungskreisen wurden dazu geraten, wachsam zu sein, aber nicht zwangsläufig Synagogen und Schulen zu meiden.

Mehrfach gewarnt

Die Sicherheitsbehörden in den USA haben nach den Anschlägen vom 11. September bereits mehrfach die Öffentlichkeit vor erhöhten Gefahren gewarnt. Unter anderem waren Anschläge auf die Golden Gate Bridge in San Francisco und die Freiheitsstatue in New York befürchtet worden.

Zugleich wurden vom FBI Informationen als ernst eingestuft, wonach möglicherweise am Unabhängigkeitstag der USA, 4. Juli, ein Anschlag in Las Vegas geplant sei. Ein im Libanon geborener Geschäftsmann habe in Las Vegas zufällig ein auf Arabisch geführtes Telefongespräch mitgehört, in dem über einen "Schlag am Tag der Freiheit" in Las Vegas gesprochen worden sei.

Die Gesprächspartner hätten sich dezidiert über Las Vegas als Angriffsziel unterhalten: "Wir sind hier in der Stadt des Glücksspiels und der Prostitution, der Stadt der Ungläubigen. Wir werden gegen sie zuschlagen, am Tag der Freiheit", hieß es den Angaben zufolge in dem abgehörten Telefonat.Die Männer hätten sich in einem arabischen Dialekt unterhalten, wie er in den Golfstaaten gesprochen werde.(APA/Reuters/AP/dpa)

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