Nobelmarkenimperium an Kinder verschenkt

21. Juni 2002, 19:19
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Steueramnestie für Luxusunternehmer

Paris - Der französische Luxusunternehmer Fran¸cois Pinault hat sein milliardenschweres Reich übereinstimmenden Presseberichten zufolge diskret seinen Kindern vermacht - wobei auch für den Fiskus einiges abfiel: Wie die Tageszeitungen Le Parisien und Les Echos am Freitag berichteten, verschenkte der Herr über weltberühmte Nobelmarken wie Yves Saint Laurent oder Gucci die Finanzholding Financiere Pinault zu jeweils gleichen Teilen an seine Kinder Laurence, Fran¸cois-Henri und Dominique.

Steueramnestie

Der französische Staat kassierte den Berichten zufolge zwischen 450 und 500 Millionen Euro Schenkungssteuern für die in aller Heimlichkeit abgewickelte Transaktion. Im Gegenzug wurde eine für Pinault peinliche Steuerfluchtaffäre beseitigt: Der 65-Jährige hatte demnach verschwiegen, dass er über ein Strohmanngeschäft mehr Anteile an der eigenen Firma besaß, als dem Fiskus bekannt war.

Der heikle Fall sei nach einem Deal mit dem Pariser Finanzministerium erledigt worden, so die Zeitungen - und dies noch unter dem sozialistischen Minister Laurent Fabius, also noch vor dem Machtwechsel in Frankreich, hieß es den Angaben zufolge aus der Umgebung des Milliardärs.

Chirac-Vertrauter

Fran¸cois Pinault ist ein Vertrauter des seit Sonntag mit absoluter Mehrheit im Parlament ausgestatteten Staatschefs Jacques Chirac. Zu Pinaults Firmenimperium Pinault-Printemps-Redoute (PPR) zählen das weltberühmte Auktionshaus Christie's, das Bordeaux-Weingut Chateau-Latour und das konservative Nachrichtenmagazin Le Point. Außerdem gehören berühmte französische Handelsunternehmen wie das Kaufhaus Printemps, das Versandhaus Redoute, die Buch-und Unterhaltungselektronik- kette Fnac und das Einrichtungshaus Conforama dazu. (AFP, DER STANDARD, Printausgabe 22.6.2002)

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