MobilCom: Ringen um Kaufpreis

24. Juni 2002, 13:19
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Abberufener Chef zeigt Kampfbereitschaft - Aktie fällt weiter

Hamburg/Büdelsdorf - Nach seiner Abberufung als Vorstandschef richtet sich Gründer der deutschen MobilCom, Gerhard Schmid, Angaben aus seinen Umfeld zufolge auf ein hartes Ringen mit der France Telecom (FT) um den Kaufpreis für seine Anteile an dem Telekommunikationskonzern ein. "Es wird sicherlich noch einigen Ärger geben. France Telecom möchte möglichst billig an die Mehrheit von MobilCom kommen", hieß es am Sonntag aus Kreisen, die Schmid beraten. Schmid selbst bekräftigte unterdessen in einem Zeitungsinterview, bei den Verhandlungen mit dem französischen Großaktionär für seine Firmenanteile 22 Euro in bar je Aktie erzielen zu wollen. France Telecom will ihm indes offenbar nur zehn Euro anbieten.

Monatelanger Streit

Der Aufsichtsrat hatte Schmid nach einem monatelang öffentlich geführtem Streit mit France Telecom über die Höhe der Investitionen in den Aufbau des UMTS-Mobilfunks in Deutschland am Freitag auf Antrag von France Telecom als Vorstandschef abgesetzt. Zu Schmids Nachfolger an der Unternehmensspitze wurde der bisherige Finanzchef, Thorsten Grenz, berufen, der als Vertrauter von France Telecom gilt. Nach dem Abtritt von MobilCom-Chef Gerhard Schmid soll der Vorstand außerdem wieder auf mehrere Mitglieder aufgestockt werden.

Aktie fällt weiter

Die Abberufung des MobilCom-Chefs Gerhard Schmid hat den dramatischen Abstieg der Aktie des MobilCom-Großaktionärs France Telecom an der Pariser Börse nicht gestoppt. Die Aktie von France Telecom rutschte bis zum Montagmittag um 4,27 Prozent auf 11,88 Euro ab, die der France-Telecom-Tochter Orange um 6,08 auf 4,79 Euro. Nicht zuletzt im Sog der Krise um den deutschen Mobilfunkanbieter in den vergangenen Wochen hat die Aktie von France Telecom seit Jahresbeginn um fast 73 Prozent nachgegeben.

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