Geld verdienen mit Freizeit

27. Juni 2002, 19:16
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Mark Greenberg, Manager des INVESCO GT Leisure Fund, investiert in Spielzeugproduzenten, Brauereien und Medienunternehmen

Mark Greenberg ist Fondsmanager des INVESCO GT Leisure Fund, einem Themenfonds der sich auf den Freizeitbereich konzentriert. Die Ausgaben für Freizeit sind in den letzten Jahren stark angestiegen und werden das auch weiterhin tun. Darüber hinaus ist diese Branche nach Angaben von Greenberg nicht sehr konjunkturabhängig. Warum er weiters Spielzeuge und Bier mag, Luxus-Güter und Reiseveranstalter aber nicht erfahren Sie im folgenden Interview.

Ausgaben für Freizeit steigen stark an

e-fundresearch: Mark Greenberg, Sie sind der Fondsmanager des INVESCO GT Leisure Fund. Warum ist der Freizeit-Bereich so interessant für den Anleger?

Mark Greenberg: Der INVESCO GT Leisure Fund wurde bereits 1994 gegründet. Seit damals konnten wir eine ausgezeichnete Performance, sowohl gegenüber der Benchmark als auch gegenüber dem Markt erreichen. Der Grund dafür ist, dass die Freizeitausgaben schneller angestiegen sind als die gesamte Wirtschaft. Wir definieren Freizeit als etwas, was die Leute tun weil sie es tun wollen, und nicht weil sie es müssen. Dazu gehören Medien, Unterhaltung, Spielzeug, Hotels, Casinos, Video und PC-Spiele, Schmuck und sogar Bier. Der Anteil am BIP, der für Freizeit ausgegeben wird, stieg von 1,2% im Jahre 1960 auf aktuell 2,66%. Das ist ein globaler Trend.

Freizeitbranche von Konjunkturschwankungen nicht allzu abhängig

e-fundresearch: Aber mit der wachsenden Arbeitslosigkeit und den immer wieder geäußerten Warnungen vor Terroranschlägen kommen einem schon Zweifel, ob man in die Freizeitbranchen investieren sollte.

Mark Greenberg: Bei der Verwaltung des Fonds schauen wir 2-3 Jahre in die Zukunft. Niemand kann vorhersagen was in den nächsten paar Wochen oder Monaten geschieht. was aber sicher ist, ist dass die Ausgaben für Freizeit weiter ansteigen werden. Was das Konsumentenvertrauen betrifft, sollte man folgenden Sachverhalt nicht vergessen: Die Leute halten sich in Zeiten wie diesen mit großen Investitionen, wie einem Auto oder einem Haus, zurück. Weiters werden Luxusgüter weniger nachgefragt. Bei Spielzeug, PC-Spielen oder Bier ist das aber nicht so. Das kostet nicht so viel und deswegen geben die Leute dafür auch Geld aus, wenn sich die Wirtschaft verlangsamt.

Benchmark: MSCI World Hotel Restaurants and Leisure Index

e-fundresearch: Wie nahe an der Benchmark verwalten Sie Ihren Fonds eigentlich und wie sieht Ihr Investmentansatz aus?

Mark Greenberg: Der MSCI World Hotel Restaurants and Leisure Index ist unsere Benchmark. Wir orientieren uns aber kaum daran sondern versuchen eine Outperformance gegenüber dem breiten Markt zu erzielen.

Unser Investmentansatz sieht folgendermaßen aus: Wir schauen darauf, wie die Unternehmen in 2-3 Jahren dastehen und nicht wie diese sich in nächster Zeit entwickeln werden. Ich besuche viele Unternehmen und besonders diese in meinem Portfolio: da benütze ich deren Produkte, besuche deren Büros, spreche mit dem Management, den Konsumenten, analysiere die Zulieferer und Konkurrenten. Weiters muss man die finanzielle Lage des Unternehmen genau unter die Lupe nehmen.

„Luxus Güter haben es zur Zeit schwer...“

e-fundresearch: Wie war 2002 für Ihren Fonds und was erwarten Sie für die Zukunft?

Mark Greenberg: 2002 war gut. Die Aktienmärkte haben sich erholt und der Fonds hat den Markt bisher geschlagen. Unternehmen, deren Produkte relativ billig sind, haben besonders gut performt: Spielzeug und Bier sind hier gute Beispiele. Luxus-Güter haben es zur Zeit schwer, deshalb haben wir diese Titel gemieden.

Als Ausblick denke ich folgendes: Ich weiß nicht wie sich die Konjunktur entwickeln wird, aber die Unternehmen im Fonds werden ein höheres Gewinnwachstum haben als der durchschnittliche Markt. Weiters achten wir auf die günstige Bewertung unserer Titel: Wenn eine Aktie also mehr Gewinn hat und billiger bewertet ist, sollte Sie sich in Zukunft gut entwickeln.

„...Reisewerte auch“

e-fundresearch: Fast 50% Ihres Portfolios sind Titel aus Medien und Werbung. Klassische Reiseaktien wie Fluglinien und Luxusgüter halten Sie aber keine. Welche Gründe sprechen dafür?

Mark Greenberg: Wir investieren in diese Unternehmen, bei denen wir die größten Chancen sehen. Wir halten etwa 10% unseres Portfolios in Hotel-Aktien, also Titel aus der Reisebranche, wie etwa Marriot oder Starwood Hotels. Weiters sind wir in Casinos investiert und die Leute reisen ja auch um ein Casinos zu besuchen. Reine Reiseveranstalter, wie Airtours, waren keine guten Investments weil der Sektor sehr kompetitiv ist und man nur schwer Geld verdienen kann. In der Luxus-Branche gibt es auch sehr viel Konkurrenzdruck und darüber hinaus sind diese Titel sehr teuer bewertet.

e-fundresearch: Vielen Dank für das Gespräch!

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