Kosovo-Gericht verurteilt Albaner zu 14 Jahren Haft

21. Juni 2002, 21:46
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UCK-Kommandant Hasani werden Mordversuch, illegaler Waffenbesitz und Dokumentenfälschung vorgeworfen

Pristina - Ein Gericht im Kosovo hat einen Anführer der Albaner-Rebellen zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen Xhavit Hasani stütze sich auf eine frühere Gerichtsentscheidung in Mazedonien, wo dieser wegen Mordversuchs, illegalen Waffenbesitzes und Dokumentenfälschung verurteilt worden sei, sagte ein UNO-Sprecher am Freitag in Pristina. Hasani, der seit drei Monaten im US-Militärlager Camp Bondsteel festgehalten werde, müsse seine Strafe in einer Haftanstalt im Kosovo verbüßen.

Es ist das zweite Mal binnen weniger Tage, dass die Institutionen der UNO-Verwaltung im Kosovo gegen frühere Rebellen vorgehen. Die Ermittlungsbehörden hatten am Dienstag und Mittwoch insgesamt sechs Albaner in Haft genommen, denen sie Verschleppungen gegnerischer Kosovo-Albaner und andere schwere Verbrechen vorwerfen. Die Opfer sind seitdem verschollen.

Zwischen dem Kosovo-Schutzkorps (TMK), der mit NATO-Hilfe aufgebauten Nachfolgeorganisation der albanischen Rebellenmiliz UCK, und der UNO-Kosovo-Mission wachsen unterdessen die Spannungen. "Das Hauptquartier der TMK ist sehr beunruhigt wegen des brutalen Vorgehens der UNO-Polizei gegen drei Offiziere der TMK und wegen des offenen Hasses, den die UN-Polizei für Mitglieder und Institutionen des Korps gezeigt hat", hieß es in einer Erklärung des Schutzkorps.

Der jetzt von einem Gericht in der Kosovo-Stadt Gnjilane verurteilte Hasani war bereits festgenommen und in Mazedonien inhaftiert worden. Danach hatten bewaffnete Albaner drei mazedonische Soldaten entführt. Diese kamen frei, nachdem Hasani gegen Kaution entlassen worden war. Hasani hat im Kosovo und in Mazedonien albanische Rebellengruppen geführt. (APA/dpa)

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