Experten kritisieren US-Entwicklungshilfe als zu niedrig

21. Juni 2002, 16:25
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Die USA geben dafür im Jahr rund zehn Milliarden Dollar aus

Washington - US-Präsident George W. Bush hat für die geplante Bildungsinitiative in Afrika 200 Millionen Dollar (207 Millionen Euro) versprochen. Damit sollen unter anderem 420.000 Lehrer ausgebildet und 4,5 Millionen Schulbücher gekauft werden, sagte Bush. Er werde im kommende Jahr selbst nach Afrika reisen, kündigte Bush an.

Einen Tag vorher hatte Bush 500 Millionen Dollar für den Kampf gegen Aids in Aussicht gestellt. Die Initiativen kommen wenige Tage vor dem Gipfel der wichtigsten sieben Industrieländer und Russlands in Kanada. Dort ist die Hilfe für Afrika ein zentrales Thema.

Entwicklungsexperten wie der Ökonom Jeffrey Sachs lobten Bushs Vorstoß, kritisierten aber die amerikanische Entwicklungshilfe als viel zu niedrig. Die USA geben dafür im Jahr rund zehn Milliarden Dollar aus. Das sei gemessen an der Größe der Wirtschaft eines der niedrigsten Entwicklungshilfebudgets der Welt. Die Weltbank hat die reichen Länder aufgefordert, allein für die Bildungsinitiative, die zum Ziel hat, allen Kindern bis 2015 eine Grundschulausbildung zu ermöglichen, jährlich zusätzlich drei bis vier Milliarden Dollar aufzubringen. 125 Millionen Kinder weltweit besuchen keine Schule. (APA/dpa)

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