Südkoreanischer Präsident Kim Dae Jung zunehmend unter Druck

21. Juni 2002, 16:25
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Entschuldigt sich nach Verhaftung seiner Söhne

Seoul - Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung ist durch die Verhaftung zweier seiner Söhne zunehmend in Bedrängnis geraten. Nur kurz nach der Inhaftierung seines zweiten Sohnes Hong Up wegen Korruption entschuldigte sich Kim am Freitag in einer landesweit vom Fernsehen übertragenen Erklärung für die Verwicklung seiner Kinder in Finanzskandale.

"Ich schäme mich und fühle mich schuldig, dass ich nicht angemessen für meine Söhne Sorge getragen habe", sagte der 76-jährige Friedensnobelpreisträger. Kims ebenfalls inhaftierter jüngster Sohn, Hong Gul, wurde bereits am 5. Juni wegen Korruption und Steuerhinterziehung angeklagt.

Bestechungsgelder

Nach einem dreitägigen Verhör wurde der 52-jährige Kim Hong Up am Freitag wie sein Bruder in ein Seouler Gefängnis gebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem zweitältesten von drei Söhnen des Präsidenten vor, 2,3 Milliarden Won (etwa 2,3 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern von Geschäftsleuten angenommen zu haben. Als Gegenleistung soll er seinen Einfluss und Namen zum Vorteil der Unternehmen geltend gemacht haben. Auch wurde ihm Geldwäscherei zur Last gelegt. Über Konten einer Stiftung seines Vaters, in deren Spitzengremium der 52-jährige Sohn saß, sollen illegale Gelder in Höhen von einigen Milliarden Won (Millionen Euro) geflossen sein.

Durch eine Reihe von Finanzskandalen in den vergangenen Wochen, in die auch einige von Kim Dae Jungs Mitarbeitern verwickelt sind, ist der Präsident in seinem letzten Amtsjahr politisch unter Druck geraten. Kim hatte sich bereits im Mai für die Vorwürfe gegen seine Söhne entschuldigt. Zudem trat er aus der Regierungspartei aus, um sich nur noch auf die Staatsangelegenheiten, darunter auch die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft, zu konzentrieren. (APA/dpa)

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