Neues Verfahren zur Erkennung von Melanomen

23. Juni 2002, 09:30
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Frühzeitige und korrekte Diagnose ist entscheidend

Düsseldorf - Ein neues Verfahren revolutioniert nach Angaben der Universität Düsseldorf die Diagnose von Melanomen im Anfangsstadium. Mediziner der Universitäts-Hautklinik konnten damit Tumorzellen in tieferen Hautschichten bei fast einem Drittel der Patienten nachweisen, bei denen zuvor ein malignes Melanom lediglich im ersten Stadium festgestellt worden war.

Die Forscher unter Leitung von Professor Mosaad Megahed entwickelten das Verfahren nach dem Tod eines 64-jährigen Hautkrebspatienten. Der Mann starb an Metastasen, obwohl bei ihm nach zellpathologischer Untersuchung nur ein "Melanom in situ" diagnostiziert worden war, das eigentlich auf die Oberhaut beschränkt bleibt. Megahed und seine Mitarbeiter entwarfen daraufhin eine so genannte immunhistochemische Untersuchung der Hauttumore. Damit untersuchten sie 104 Patienten, bei denen zuvor ein Melanom in situ diagnostiziert worden war. Und tatsächlich wiesen 30 von ihnen Tumorzellen in tieferen Hautschichten auf.

Diese so genannten invasiven Melanome können sich über die Oberhaut hinaus ausbreiten und Metastasen bilden. Da bei der Therapie von schwarzem Hautkrebs eine frühzeitige und korrekte Diagnose entscheidend ist, empfehlen die Düsseldorfer Mediziner, deren Studie im renommierten Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde, die Überprüfung von vermeintlichen Melanomen in situ durch immunhistochemische Verfahren. Das bösartige Melanom ist die gefährlichste Hauterkrankung. Die Todesrate liegt bei zehn bis 15 Prozent, unter Menschen mit heller Hautfarbe gehen ein bis zwei Prozent aller Krebstoten auf das Konto dieser Tumorart. (APA/AP)

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