Künstliche Harnblase entwickelt

23. Juni 2002, 20:00
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Kontrolliertes Urinieren nach Blasenentfernung damit möglich

München - Auf eine neuartige künstliche Harnblase können Patienten hoffen, bei denen die Blase wegen eines Tumors entfernt werden musste. Wissenschafter der Fachhochschule München und der Universität Lübeck entwickelten die Kunstblase, mit der der Betroffene seinen Urin kontrolliert entleeren kann.

Bisher wurde bei den Patienten aus Darmabschnitten ein neues Harnreservoir mit Harnableitungen im Körper angelegt. Diese Blase ist den Experten zufolge aber passiv und muss ausgedrückt werden. Außerdem gelinge der Eingriff nur in 25 Prozent aller Fälle.

Bei dem neu entwickelten System besteht das Harnreservoir aus einem flexiblen Kunststoffbalg. Enthalten sei zudem auch ein elektronisches Meldesystem für die Blasenfüllung.

Baustein unter der Haut

Unter der Haut werde zudem ein Baustein eingesetzt, der die kontrollierte Entleerung steuere. Erreiche die Füllung der künstlichen Blase ihr Maximum, werde ein Vibrationsalarm ausgelöst. Der Patient könne dann mit Hilfe eines Signals von außen ein Ventil öffnen und eine Pumpe für die Urinentleerung starten.

Zur Energieversorgung der Blase reiche es aus, dass der Patient ein externes Lade- und Steuergerät auf seinen Unterbauch lege. Die Wissenschafter hoffen, dass die Markteinführung der künstlichen Blase im Jahr 2004 möglich ist. (APA/AP)

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