Israel bereitet neue Militäroffensive in Palästinensergebieten vor

21. Juni 2002, 14:31
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Unstimmigkeiten zwischen Sicherheitsminister Landau und Außenminister Peres

Jerusalem - Nach der jüngsten Welle von Selbstmordanschlägen bereitet Israel eine neue Militäroffensive in den autonomen Palästinensergebieten vor. Vorgesehen ist unter anderem die Mobilisierung von 1.500 Reservisten. Am Freitag konzentrierte die Armee ihre Operationen auf die Stadt Nablus, über die eine Ausgangssperre verhängt wurde.

Nach Augenzeugenberichten rückten rund 50 Panzer und eine Reihe gepanzerter Planierraupen in Nablus ein. In Gaza haben israelische Soldaten einen achtjährigen palästinensischen Buben erschossen. Das Kind sei im Haus seiner Eltern von Maschinengewehrkugeln in der Brust getroffen worden, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit.

Unstimmigkeiten über Ausweisung Arafats

Das israelische Sicherheitskabinett tritt zudem am Freitag zu einer Sitzung zusammen, um über die Maßnahmen gegen die Palästinenser zu beraten. Der israelische Sicherheitsminister Landau erklärte, Israel müsse hart gegen die Palästinenser vorgehen und die Autonomiebehörde stürzen. Präsident Arafat müsse ausgewiesen werden. Dem widersprach Außenminister Peres. Nach einer Ausweisung Arafats würde es für Israel keinen Ansprechpartner mehr geben, so Peres.

Der palästinensische Präsident Arafat erklärte sich am Freitag zu einem Friedensschluss mit seinem Hauptgegner, dem israelischen Ministerpräsidenten Sharon, bereit. Zugleich lehnte Arafat den von der US-Regierung ins Gespräch gebrachten palästinensischen "Übergangsstaat" nicht ab. Einen Rücktritt schloss der 73-Jährige kategorisch aus. (APA/dpa)

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