VW: Noch keine Wende am Automarkt

21. Juni 2002, 13:05
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Vertriebsvorstand Büchelhofer: Ergebnis soll heuer aber wenigstens gehalten werden

Wien - Der deutsche VW-Konzern rechnet für heuer nicht mehr mit einer spürbaren Belebung des internationalen Automarkts. "Wir stehen praktisch schon im zweiten Halbjahr und ich sehe kurzfristig keine grüne Ampel, noch nicht einmal eine gelbe", skizzierte VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer am Freitag in Wien die derzeitige Situation. Büchelhofer ließ Zweifel durchklingen, ob der Konzern heuer wieder wie in den vergangenen beiden Jahren mehr als 5 Millionen Autos werde absetzen können, bekräftigte jedoch die Konzernaussage, dass das 2001 erzielte Rekordergebnis heuer "wenigstens gehalten" werden solle. 2003 würden sich die Märkte wieder beleben.

Rückgang

Bis Ende Mai haben die VW-Marken, klarer Marktführer in Österreich, weltweit 2,070 Mill. Autos abgesetzt, um fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Halbjahr erwarte man sich vom neuen Polo deutlichen Rückenwind, außerdem seien spätestens ab September die Vorjahresumsätze deutlich hinter dem ersten Halbjahr zurück geblieben. "In den nächsten 5 oder 6 Jahren werden wir wieder auf den Wachstumspfad der Neunzigerjahre zurückkehren - die spannende Frage ist, wann es wirklich los geht", meinte der Auslandsösterreicher Büchelhofer bei einem Hintergrundgespräch im Club der Wirtschaftspublizisten. Der für heuer prognostizierte Weltautomarkt von 37 Millionen werde bis 2007 auf über 41 Mill. anwachsen.

"Schritt für Schritt" bei einheitlichen Abgabepreisen

Bei der Frage europaweit einheitlicher Autoabgabepreise wolle man "Schritt für Schritt" vorgehen und dabei das Verhalten der Konkurrenz genau beobachten, die Autohersteller verlangten auch die europäische "Harmonisierung der Steuersysteme". Wie der Mitbewerber BMW seinen neuen 7er will VW seine neue Luxuskarosse Phaeton zu einem europaweit einheitlichen Listenpreis abgeben. Sollte die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung so realisiert werden wie derzeit von der Kommission geplant, werde es in der Händlerschaft "zu einem Konzentrationsprozess quer durch Europa" kommen, dabei würden sich die Preise "eher auf dem höheren als auf dem niedrigeren Niveau einpendeln".

Dämpfer für VW Österreich

VW-Österreich erwartet nach einem Rekordjahr 2001 für heuer einen Dämpfer beim Verkauf der Neuwagen. Man rechne für heuer für alle Konzernmarken mit einem Marktanteil von gut 32 Prozent nach 34,7 Prozent im vergangenen Jahr, sagte Wolf-Dieter Hellmaier, Geschäftsführer des VW- und Audi-Importeurs Porsche Austria. Während Audi zulege und Seat stabil bleibe, gebe es Rückgänge bei VW und Skoda. Der Hauptgrund dafür sei sei der Rückgang des Geschäfts mit den Firmenkunden, die zurückhaltender als die Privatkunden seien. Für das Jahr 2002 rechnet VW-Österreich mit einem Rückgang der gesamten Pkw-Kombi-Neuzulassungen von 293.000 auf 280.000. (APA)

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    VW-Vertriebsvorstand Robert Buechelhofer war am Freitag Gast im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

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