Frankreichs Sozialisten nach Wahlschlappen im Richtungsstreit

21. Juni 2002, 12:53
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Linker Parteiflügel rebelliert gegen Fabius und Hollande

Paris - Die französischen Sozialisten (PS) stecken nach ihrer doppelten Schlappe bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen in einer schweren Führungskrise. Der Vorschlag von Parteichef Francois Hollande, den früheren Finanz- und Wirtschaftsminister Ex-Premier Laurent Fabius zum neuen Parteisprecher zu machen, hat die Spannungen mit dem linken Flügel der Partei massiv verschärft. "Wenn es dazu kommt, dann werden wir die Parteiführung verlassen", erklärte am Freitag der PS-Abgeordnete Alain Vidalies; "Fabius an der Spitze ermutigt nur die Sozialliberalen."

Insgesamt sechs Mitglieder des linken Parteiflügels "Gauche socialiste" - unter ihnen der ehemalige Präsident der Nationalversammlung und Ex-Parteichef Henri Emmanuelli - haben angekündigt, sich aus der Parteileitung zurückzuziehen, falls Fabius zum Nachfolger des Parteisprechers Vincent Peillon bestellt wird, der sein Abgeordnetenmandat eingebüßt hat. Sie wollen sich nach den schweren Wahlniederlagen stärker der Basis widmen, "denn dort haben wir die Stimmen verloren". Der Parteirat der Sozialisten kommt am 29. Juni zusammen, um eine neue Parteileitung zu bestellen. Fabius hatte zunächst ohne Erfolg versucht, dem PS-Fraktionschef in der Nationalversammlung Jean-Marc Ayrault seinen Posten streitig zu machen. (APA/dpa)

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