Uni Wien gegen FP-Vorschlag zu Gesundheitsuniversitäten

21. Juni 2002, 13:05
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Mit dieser Forderung verlasse sie die sachliche Basis der Diskussion und verstricke sich in Widersprüchlichkeiten

Wien - Die von der FPÖ forcierte Schaffung eigener "Gesundheitsuniversitäten" - unter Einbeziehung der Medizin sowie Fächern wie der Pharmazie, Ernährungs- und Sportwissenschaften - stößt auf Widerstand der Universität Wien. Mit dieser Forderung verlasse man die sachliche Basis der Diskussion rund um die Ausgliederung der Medizin-Fakultäten aus ihren "Mutter-Universitäten" und verstricke sich in Widersprüchlichkeiten, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Uni Wien.

Wenn das Ziel der Ausgliederung der Medizin-Fakultäten in der Einrichtung von "medical schools" bestehe, die Vertragspartner der Krankenanstaltenträger werden sollen, erweise sich die Zuordnung weiterer Disziplinen als kontraproduktiv. Wolle man aber die Schaffung einer "medical university" mit erweitertem Fächerkanon, müssten aus Gründen des Sachzusammenhanges wesentlich mehr Bereiche zusammengefasst werden, so zum Beispiel neben der Pharmazie und Sport- sowie Ernährungswissenschaften auch Mikrobiologie, Psychologie, Medizinrecht und Ethik in der Medizin. Dafür brauche man aber wieder eine inneruniversitäre Subgliederung, die das Universitätsgesetz (UG) 2002 aber gerade nicht verwirklichen wolle.

Die Universität Wien hat sich - wie die Rektorenkonferenz - bereits mehrfach auch gegen die "1:1-Ausgliederung" der Medizin ausgesprochen, durch die ausschließlich die bestehenden Fächer in eigene Medizin-Unis überführt werden sollen.(APA)

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