Afghanistan: Hoffnungen der Frauen nicht erfüllt

21. Juni 2002, 12:45
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Staatspräsident Hamid Karsai vergibt Schlüsselressorts an Männer

Kabul - Hamid Karsai wurde von der Großen Ratsversammlung, der Loya Jirga, nach längerem Tauziehen zum Staatspräsidenten gewählt. Damit ist Karsai Übergangspräsident bis zu regulären Wahlen, die in anderthalb Jahren stattfinden sollen. Die Loya Jirga wurde mit der Amtseinführung Karsais offiziell beendet.

Karsai hatte schon vor Beginn der Wahl als klarer Favorit gegolten. 1.050 und damit fast zwei Drittel der Delegierten hatten mit ihrer Unterschrift seine Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten unterstützt. Neben Karsai wurden für die Wahl in geheimer Abstimmung Massuda Jalal, eine Mitarbeiterin des UNO-Welternährungsprogramms, und Mir Mohammed Mahfus Nadai zugelassen. Jalal erhielt 171 Stimmen, der dritte Mahfus Nadai 89.

Verzicht nahegelegt

Die einzige weibliche Bewerberin für das Präsidentenamt wurde im Vorfeld der Wahl offenbar zu einem Verzicht auf ihre Kandidatur gedrängt worden. Für den Fall eines Rückzugs sei ihr ein Kabinettsposten in der künftigen Regierung in Aussicht gestellt worden, sagte Massuda Jalal am Donnerstag in Kabul. "Mein Mann hat mir von dem Angebot erzählt, aber wir werden nicht akzeptieren." Ein solcher Handel sei bei einer demokratischen Wahl "nicht annehmbar", bestätigte ihr Ehemann, Faisullah Jalal.

Schlüsselressorts an Männer

Der neue Staatspräsident Karsai bildete das neue Kabinett und präsentierte den Abgeordneten eine neue Regierung. Dabei gingen alle Schlüsselressorts an Männer. Damit wurden die Hoffnungen der rund 200 Frauen in der Loya Jirga auf eine größere Frauenbeteiligung in der Regierung nicht erfüllt. (red)

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