Mehrheit in Israel für Palästinenserstaat

21. Juni 2002, 12:03
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Ein Drittel für "Kriegserklärung" - Sharons Popularität gesunken

Jerusalem - Trotz der jüngsten Welle von Selbstmordanschlägen palästinensischer Extremisten unterstützt eine Mehrheit in Israel die Bildung eines unabhängigen Palästinenserstaates. Wie aus einer am Freitag in der Tageszeitung "Maariv" veröffentlichten Umfrage hervorgeht, sind 49 Prozent der Befragten dafür und 43 Prozent dagegen. 47 Prozent sprechen sich für rasche Kontakte Israels zur Palästinenserführung aus. Ein Drittel der Befragten ist dagegen der Meinung, dass Israel den Palästinensern "den Krieg erklären" sollte.

Eine Mehrheit von 54 Prozent glaubt, dass Ministerpräsident Ariel Sharon keine Lösung für das Terrorismus-Problem findet. Jedem zweiten befragten Israeli macht im Alltag die Sicherheitslage am meisten zu schaffen. Sieben von zehn Befragen halten den Bau einer Sperranlage zum Westjordanland für eine gute Lösung. Die Popularität Sharons ist in den vergangenen beiden Wochen von 59 auf 51 Prozent gesunken. Würde Sharon bei Parlamentswahlen gegen den Vorsitzenden der Arbeiterpartei und Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer antreten, könnte sein Likud-Block heute mit 50 Prozent der Wählerstimmen rechnen. (Es wurden 590 Personen befragt. Die Fehlerquote wurde mit 4,5 Prozent angegeben). (APA/dpa)

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