Sevilla - EU-Gipfel in der Stadt der Mythen und Legenden

21. Juni 2002, 11:06
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Heimat der Carmen, des Don Juan, von Diego Velaquez und Felipe Gonzalez - Letzte Ruhestätte von Christoph Kolumbus

Sevilla - Sevilla, die Gastgeberin des spanischen EU-Gipfels am Freitag und Samstag, ist eine Stadt der Mythen und Legenden. Dazu zählt etwa die glutäugige Carmen, jene Arbeiterin aus der alten Tabakfabrik, die in Prosper Merimees Novelle und in der Bizet-Oper zwischen dem Offizier Don Jose und dem Stierkämpfer Escamillo hin- und hergerissen ist. Aber auch der feurige Don Juan begann von Sevilla aus, die Herzen der Frauen in aller Welt zu brechen. Ebenso berühmt wurden der Maler Diego Velaquez oder der Dichter Vicente Aleixandre, die in der Stadt am Guadalquivir geboren wurden - wie auch der langjährige Ministerpräsident Felipe Gonzalez.

Mit rund 700.000 Einwohnern ist Sevilla die Hauptstadt Andalusiens, eine der ärmeren Regionen des Landes, und die viertgrößte Stadt Spaniens nach Madrid, Barcelona und Valencia. Fast 800 Jahre lang war Sevilla von den Mauren besetzt; die Spuren ihrer großartigen Architektur sind unübersehbar: Wahrzeichen der Stadt ist die Giralda, ein 76 Meter hohes Minarett aus dem Jahre 1184, das später in den Komplex der monumentalen Kathedrale integriert wurde. Dort soll der Entdecker Christoph Kolumbus begraben liegen, der nahe Sevilla 1492 in See stach. Die Kolonisierung Amerikas brachte der Stadt im wahrsten Sinne goldene Zeiten. Bis zum 17. Jahrhundert hatte sie das Handelsmonopol für die Übersee-Gebiete. Den größten Impuls in neuerer Zeit bekam Sevilla mit der Weltausstellung 1992. (APA/dpa)

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