Morawa an Amadeus nicht interessiert

21. Juni 2002, 16:38
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Kräftige Zuwächse beim Pressevertrieb trotz rückläufigem Markt - Morawa feiert 125-jähriges Firmenjubiläum

Wien - Die Buchhandelskette Morawa will die zur insolventen Libro AG gehörenden Amadeus-Filialen nicht übernehmen. "Im Prinzip interessieren wir uns nicht", betonte Morawa-Geschäftsführer Emmerich Selch am Freitag. Wir haben uns informiert, und festgestellt, dass der notwendige Finanzierungsbedarf zu hoch sei. Den Finanzbedarf schätzt der Morawa-Geschäftsführer auf rund 20 Mill. Euro. Die Firmengruppe Morawa, die derzeit in Österreich 20 Buchhandlungen betreibt, hat gestern ihr 125-jähriges Firmenjubiläum gefeiert.

Trotz rückläufigem Pressemarkt konnte Morawa im Vorjahr durch die Hereinnahme neuer Produkte den Umsatz in diesem Bereich kräftig ausweiten und zwar um 6,5 Prozent. Insgesamt wuchs der Umsatz der Gruppe mit mehr als 1.000 Mitarbeitern um rund 3 Prozent auf 257 Mill. Euro. Angesichts des nun schon über einen längeren Zeitraum anhaltenden Trends eines rückläufigen Gesamtmarktes für Presseprodukte sei der Zuwachs in dieser Sparte besonders erfreulich, so Selch.

Zuwächse im Buchhandel erwartet

Zu den Morawa-Geschäftsfeldern zählen neben dem Pressevertrieb, dem Buchvertrieb und Buchfachhandel der Business Subscription Service, Lesezirkel Welt im Heim, Verlagsabonnementverwaltung und das Transportwesen.

Für heuer erwartet Selch Zuwächse im Buchhandel unter anderem auch durch die Probleme von Amadeus. Im Pressevertrieb sei heuer mit plus/minus Null zu rechnen.

Für die Zukunft will Morawa vor allem das Transportgeschäft ausbauen. Mit einer Flotte von mehr als 50 Groß-Lkw und einer Zustell-Garantie innerhalb von 24 Stunden im gesamten Bundesgebiet sei man gerüstet, im Speditionsbereich noch einiges Marktpotenzial zu nutzen, betont der stellvertretende Geschäftsführer Wolfgang Rick.(APA)

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